Truppen gegen Plünderer nach Beben in
Peru: Menschen überfallen Hilfslieferungen

Tausende Menschen obdachlos - Fast 500 Todesopfer Kaum Hoffnung auf Überlebende - <b>Bilder</b> aus Peru

Truppen gegen Plünderer nach Beben in
Peru: Menschen überfallen Hilfslieferungen

Perus Staatspräsident Alan Garcia hat nach dem verheerenden Erdbeben den Einsatz von Truppen gegen Plünderer und Räuber angeordnet. Er sei dabei, die vom Unglück betroffenen Städte mit "Polizisten vollzustopfen", sagte der Staatschef in der fast völlig zerstörten Hafenstadt Pisco. Außerdem erwäge er eine Art nächtliche Ausgangssperre. Die Zahl der Todesopfer liegt bislang bei 496, dürfte aber weiter steigen.

Menschengruppen hatten Lastwagen und Busse überfallen, die mit Lebensmitteln für die Erdbebenopfer unterwegs waren. Die Fahrer verteidigten sich zum Teil mit Schusswaffen. Verletzte gab es dabei laut Medien aber nicht. In den am schwersten betroffenen Städten Pisco, Ica, Chincha und Canete wurden Apotheken, Lebensmittelmärkte und auch ein Elektrowarengeschäft geplündert. Die Plünderer, unter ihnen auch Frauen und Kinder, rechtfertigen ihre Aktionen mit der "ungenügenden Hilfe" der Behörden. Opfer von Räubern wurde auch ein Bürgermeister, der Decken für die Erdbebenopfer transportierte.

"Stopfen Städte mit Polizisten voll"
"Wir stopfen zur Zeit die Städte Canete, Chincha, Pisco und Ica mit Polizisten voll. Das soll von den Menschen nicht als Drohung empfunden werden", meinte Garcia. 600 Beamte sollten als Verstärkung aus Lima am Wochenende im Katastrophengebiet eintreffen. Die erste Etappe der Hilfsmaßnahmen wolle man, so der Präsident, am Wochenende mit der Bergung und Bestattung der Leichen sowie mit der Verlegung der Schwerverletzten in Krankenhäuser der Hauptstadt Lima beginnen.

Ein Nachbeben der Stärke 6,0 hatte zuletzt neue Panik in Peru ausgelöst. Unterdessen suchten die Rettungsmannschaften weiter fieberhaft nach Überlebenden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude. Doch Tage nach der Katastrophe wurde die Hoffnung der Helfer immer kleiner. Behördensprecher erklärten, es gehe nun auch darum, durch die schnelle Bergung der Leichen den Ausbruch von Epidemien zu verhindern.

Tausende Menschen obdachlos
Bei dem schweren Beben wurden mehr als 1.500 Personen verletzt. Fast 17.000 Gebäude waren bei dem Beben eingestürzt. Allein im Departement Ica und in der Hauptstadt Lima wurden mehr als 85.000 Peruaner durch die Naturkatastrophe obdachlos. Das Geologische Institut in den USA (USGS) korrigierte die Stärke des Bebens von 7,9 auf 8,0.

Ica und Pisco sind noch immer Tausende ohne Stromversorgung und ohne Trinkwasser. Tausende von Obdachlosen verbrachten eine dritte Nacht im Folge im Freien. Andere übernachten in behelfsmäßigen Notunterkünften. Die Temperaturen fallen nachts fast auf zehn Grad.

Die Hilfslieferungen wurden dadurch erschwert, dass im Erdbebengebiet viele Brücken eingestürzt und Straßen unpassierbar waren. Ein großer Teil der Güter musste mit Flugzeugen ins Erdbebengebiet gebracht werden.

(apa/red)