Illegale Migration von

Trump will Familientrennungen
per Unterschrift beenden

Illegale Migration - Trump will Familientrennungen
per Unterschrift beenden © Bild: APA/AFP/Mandel NGAN

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Trennungen von Migrantenfamilien in Kürze beenden zu wollen.

US-Präsident Donald Trump will mit einem vorübergehenden Dekret die höchst umstrittene Trennung illegaler Einwanderer von ihren Kindern beenden. "Wir müssen die Familien zusammenhalten", sagte er am Mittwoch im Weißen Haus. Er wolle zunächst eine vorübergehende Regelung unterschreiben, die dann von einem Gesetz ersetzt werden solle, sagte der Präsident.

In den vergangenen Wochen hatten die US-Behörden an der Südgrenze zu Mexiko die Familien von illegal Eingewanderten Menschen aus Süd-und Mittelamerika konsequent getrennt. Nach US-Rechtsprechung ist die Inhaftierung von Kindern gemeinsam mit ihren Eltern bisher nicht ohne weiteres möglich. Mehrere Gesetzentwürfe, die dies ändern sollen, hatten bisher keine parlamentarische Mehrheit gefunden. Eine Abstimmung ist nun für Donnerstag geplant.

Trennungen führten zu internationalem Aufschrei

Die Praxis der Trennung von Eltern und Kindern hatte international zu einem Aufschrei geführt. Unter anderem hatte sich Papst Franziskus der Meinung der katholischen US-Bischofskonferenz angeschlossen, die Praxis der US-Grenzbehörden sei unmenschlich und nicht akzeptabel. Medien zeigten Bilder von Kindern in Maschendrahtkäfigen. Auf Tonbandmitschnitten waren bitterlich weinende Kleinkinder zu hören, die von ihren Eltern getrennt wurden.

Trump hatte bisher die oppositionellen Demokraten dafür verantwortlich gemacht, dass es nicht zu einer gesetzlichen Regelung gekommen ist. "Die Demokraten sind schuld", twitterte der Präsident noch am Mittwoch. Allerdings konnte auch die republikanische Mehrheitsfraktion keine klare Mehrheit für ein entsprechendes Gesetz herstellen.

TV-Moderatorin brach in Tränen aus

Die bekannte US-Fernsehmoderatorin Rachel Maddow brach wegen der Trennungen von Migrantenfamilien während ihrer Live-Sendung in Tränen aus. Die 45-Jährige begann am Dienstagabend (Ortszeit) im Sender MSNBC eine gerade eingetroffene Meldung darüber zu verlesen, dass die US-Behörden Babys und andere kleine Kinder getrennt von ihren Eltern in Heimen unterbringen, als ihr die Stimme versagte und die Tränen in die Augen traten.

»Mitarbeiter der Trump-Regierung schicken Babys und andere kleine Kinder ...«

"Dies ist unglaublich", sagte Maddow, als sie einen ersten Blick auf den ausgedruckten Text der Meldung geworfen hatte. Sie begann dann vorzulesen: "Mitarbeiter der Trump-Regierung schicken Babys und andere kleine Kinder (...)." Nach diesen ersten Worten versagte ihr die Stimme und sie hielt sich die Hand vor den Mund.

Die Moderatorin unternahmen dann einen zweiten Anlauf, die Meldung vorzulesen, musste aber wieder abbrechen. Mit schwankender Stimme bat sie daraufhin ihre Redaktion, eine Grafik zu dem Thema einzublenden. Als das nicht klappte, unternahm sie einen dritten Anlauf zum Verlesen der Nachricht: "Ich denke, ich muss das abgeben", brach sie auch diesen Versuch ab.

"Sorry, das ist es für heute Abend", beendete Maddow dann ihre Sendung und gab an den nächsten Moderator Lawrence O'Donnell ab. Später entschuldigte sich Maddow im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Oh je, es tut mir leid. Wenn irgendwas, ist es eigentlich mein Job, sprechen zu können, wenn ich im Fernsehen bin". Es sei nicht ihre Absicht gewesen, sich so zu verhalten, "im Entferntesten nicht".

Zuschauer rühmten Gefühlsausbruch

Vielen Zuschauer rühmten jedoch den Gefühlsausbruch der Moderatorin, die sich in ihrer täglichen Sendung normalerweise hartgesotten gibt. "Entschuldige Dich nie dafür, dass Du Deine Menschlichkeit zeigst", schrieb eine Twitter-Nutzerin. "Kein Grund, sich zu entschuldigen - wir weinen mit Dir", merkte eine andere Maddow-Anhängerin an.

Der Nachrichtensender MSNBC hat ein linksliberales Profil, Maddow ist eine der prominentesten TV-Kritikerinnen der Regierung von Präsident Trump. Die Familientrennungen an der Grenze werden aber auch von vielen Konservativen kritisiert.

Kommentare