Trump nannte
sie "Miss Piggy"

Alicia Machado über die Schikanen, die sie als Miss Universe erdulden musste

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Alicia Machado © Bild: imago/UPI Photo

Die aus Venezuela stammende Alicia Machado wurde im Jahr 1996 zur Miss Universe gekürt. Damit wurde für sie ein Traum wahr. Und gleichzeitig ein Albtraum. Denn sie war die erste Miss Universe, nachdem Donald Trumps Unternehmen den Schönheitswettbewerb übernommen hatte. "Er war übermächtig. Ich habe mich sehr vor ihm gefürchtet", sagt sie in einem Interview, das nun auch die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hat. Er hätte sie angebrüllt, zu ihr Dinge gesagt wie "Du siehst hässlich aus" oder "Du bist fett". Mitunter nannte Trump die Schönheitskönigin auch "Miss Piggy" oder "Fressmaschine", wie "nymag.com" schreibt.

»Er war übermächtig. Ich habe mich sehr vor ihm gefürchtet.«

Zu ihren Aufgaben als Miss Universe gehörte es unter anderem, Protagonistin in diversen Werbespots zu sein. Es war vertraglich geregelt, dass zehn Prozent der Einnahmen an Machado gegen sollten. Der Rest, also 90 Prozent, sollte in Trumps Unternehmen fließen. "In einem Jahr habe ich der Firma viel Geld eingebracht", versichert Machado. Von den zehn Prozent, die ihr vertraglich zugesichert waren, hätte sie aber nie etwas gesehen.


Kurz nachdem sie zur Miss Universe gekürt wurde, hatte sie Gewicht zugenommen. Daraufhin hätte Trump ihr gedroht, ihr die Krone wegzunehmen. "Sie wog 118 oder 117 Pfund", also rund 53 Kilogramm, wie Trump damals verkündete. "Und sie ist hinaufgegangen auf 160 oder 170 Pfund", also 72 bis 77 Kilogramm. "Hier handelt es sich also um eine Person, die gerne isst", verlautbarte er öffentlich. Ein Termin im Fitnesscenter wurde vereinbart. Ohne Machado im Vorfeld darüber zu informieren, lud Trump Journalisten, die dem Workout beiwohnen sollten. Machado erinnert sich: "Es war sehr erniedrigend. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt."

Alicia Machada und Donald Trump
© imago/ZUMA Press Gute Miene zu bösem Spiel: Machado beim Workout

Rückblickend bezeichnet die damalige Miss Universe die damaligen Geschehnisse als "Zirkus", in dem sie gleichermaßen die Hauptattraktion war. Als "fette Miss Universe". "Ein Scherz, der mir sehr viel Schmerz zugefügt hat", erinnert sich Machado. Später hätte sie eine Essstörung entwickelt. "Ich wollte nichts mehr essen. Und fand, dass ich fett bin. Weil ein mächtiger Mann das gesagt hat."

»Das ist ein Mann, der nicht merkt, welchen Schaden er verursacht.«

"Das ist ein Mann, der nicht merkt, welchen Schaden er verursacht. Er hegt sehr viel Groll und birgt einen tief sitzenden Rassismus. Und er ist davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die weniger Wert sind als er", umschreibt Machado den US-Präsidentschaftskandidaten. Seit August 2016 ist Machado US-Staatsbürgerin. Diese Chance nutzt sie. Um wählen zu gehen und um sich öffentlich gegen Trump auszusprechen. "Ich denke, Donald Trump fehlen definitiv die Befähigung, die Erfahrung und die menschlichen Qualitäten, um Präsident der Vereinigten Staaten zu sein."

© Video: News.at

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