Trumps vs. Clinton von

Das dritte US-Duell im Faktencheck

Welche Behauptungen der Kandidaten stimmen und welche nicht

Trump vs. Clinton © Bild: APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Im dritten und letzten TV-Duell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton sind wieder die Wortfetzen geflogen. Ihre wichtigsten Positionen haben die Kontrahenten mit Behauptungen untermauert, die nicht immer der Wahrheit entsprechen.

Donald Trump behauptet ...

1. Waffenrecht

»Wir werden einen zweiten Zusatzartikel haben, der ein sehr schwaches Replikat vom jetzigen sein wird«

Trump spielt dabei auf das Recht, Waffen zu tragen an, das im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten verankert ist. Unter Clinton, so lautet seine Behauptung, würde dieses Recht in Gefahr geraten.

Tatsächlich hat Clinton nie davon gesprochen, den zweiten Zusatzartikel abzuschaffen. Sie unterstützt jedoch Maßnahmen zur Kontrolle des Waffenrechts wie ein Verbot von Sturmgewehren oder ausführlichere Hintergrundchecks. Zudem sollen Waffenproduzenten stärker in die Verantwortung genommen werden.

2. Abtreibung

»Wenn Sie dem folgen, was Hillary sagt, kann man ein Baby im neunten Monat dem Bauch seiner Mutter entreißen …bis hin zum letzten Tag«

Hillary Clinton ist im Gegensatz zu ihrem Kontrahenten nicht gegen Abtreibungen. Sie hat stets betont, dass Frauen selbst entscheiden sollen. Von einer Abtreibung bis zum neunten Schwangerschaftsmonat hat Clinton allerdings nie gesprochen. Auch haben US-Gerichte bisher nie einen derartigen Fall als legale Abtreibung anerkannt oder zu verstehen gegeben, dass sie das tun würden, wie "The Guardian" berichtet.

3. Die Mauer

»Hillary Clinton wollte eine Mauer. Hillary Clinton kämpfte 2006 für eine Mauer.«

Trump wirft Clinton vor, dass die vor dem Wahlkampf sehr wohl für eine ähnliche Lösung eingetreten sei wie er, sich nun aber nicht mehr daran erinnern könne. Dies Vorwürfe sind zumindest teilweise wahr.

Clinton stimmte 2008 für ein Gesetz, dass einen Grenzzaun zu Mexiko forderte. Aber es war eben nicht von einer Mauer die Rede, sondern von einem Zaun. Noch letzten November gab die Kandidaten bei einer Veranstaltung an, dass sie mehrere Male für eine Barriere zwischen den Ländern gestimmt habe, um zu verhindern, dass illegale Einwanderer über die Grenze kommen können.

4. Obama

»"Obama hat Millionen Menschen ausgewiesen"«

Diese Aussage von Trump ist korrekt. Laut "Guardian" hat US-Präsident Barack Obama während seiner Amtszeit rund 2,5 Millionen Menschen abgeschoben - mehr Menschen als unter jedem anderen US-Präsident der jüngsten Zeit. Wenn Trump aber von "Millionen über Millionen" spricht, übertreibt er.

Hillary Clinton behauptet ...

1. Putin

»Putin würde lieber eine Marionette als Präsidenten der Vereinigten Staaten sehen«

Mit diesem Satz konterte Hillary einen Sager von Trump, der in der Debatte sagte, dass Putin "nette Dinge" über ihn gesagt, aber keinen Respekt für den jetzigen Präsidenten hätte. Clinton schoss daraufhin zurück, dass Trump eine "Marionette" Putins sei.

Fakt ist: Es ist nicht belegt, ob Trump jemals direkt mit dem russischen Präsidenten gesprochen hat. 2014 erklärte Trump auf einer Pressekonferenz, dass er kürzlich in Moskau gewesen sei und indirekt und direkt mit Putin gesprochen habe. Andererseits hat der Milliardär bereits früher versucht, Geschäfte in Russland abzuwickeln. Auch hat Putin Trump nie - wie vom Republikaner behauptet - als brilliant bezeichnet, sondern das russische Wort für schillernd oder auffallend benutzt.

2. NATO

»... Er will aus der NATO aussteigen ...«

Clinton behauptet unter anderem, dass wer Trump wählt, damit rechnen muss, dass die USA aus der NATO aussteigt. Und diese Aussage ist durchaus haltbar. Denn ihr Kontrahent machte international Schlagzeilen, als er in der Öffentlichkeit aussagte, dass er sich vorstellen könne, die NATO zu verlassen. Er bezeichnete die internationale Organisation außerdem als überkommen.

3. Nuklearwaffen

»"Er hat sich dafür ausgesprochen, dass mehr Länder sie (Nuklearwaffen; Anm der Red) bekommen. Japan, Korea und sogar Saudi Arabien. «

Clinton behauptet, dass Trump Länder wie Japan, Südkorea oder Saudi Arabien mit Nuklearwaffen versorgt sehen will. Das trifft nur teilweise zu. Trump hat gesagt, dass Verbündete der USA sich besser um ihre eigene Verteidigung kümmern sollten - auch in finanzieller Hinsicht. Und er soll Anfang 2016 geäußert haben, dass Japan besser dran wäre, wenn es sich mit Nuklearwaffen gegen Nordkorea verteidigen könnte. Im Juni diesen Jahres stritt er jedoch ab, dass er Nuklearwaffen für Japan befürwortet hat.

4. Schulden

»"Was ich vorgeschlagen habe, bringt keinen Penny mehr an Schulden ein «

Die Demokratin hat behauptet, ihr Steuer-Plan würde die nationalen Schulden nicht belasten. Das sehen Experten anders: Das neutrale "Committee for a Responsible Federal Budget" schätzt laut US-Sender "abc News", dass ihr Wirtschaftsplan die Schulden innerhalb eines Jahrzehnts um zusätzliche 200 Milliarden Dollar steigen lassen würde. Derzeit ist das Land mit 14 Billionen verschuldet.

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