Trübe Bilanz zum EURO-Tourismus: Leere Betten sorgen für schlechte Zahlen im Juni

30 Prozent der Hoteliers beurteilen EURO negativ Jeder Dritte jammert über ausbleibende Stammgäste

Trübe Bilanz zum EURO-Tourismus: Leere Betten sorgen für schlechte Zahlen im Juni © Bild: apa

Auf die Fußball-EM im Juni hat vor allem der österreichische Tourismus große Hoffnungen gesetzt. Man rechnete mit einem wahren Gästeansturm. Doch der blieb weitgehend aus. Im Gegenteil: Mehr als 40 Prozent der heimischen Tourismusbetriebe sagen im Nachhinein, dass die EURO 2008 keine Auswirkung auf den eigenen Betrieb hatte. 19 Prozent beurteilen die Auswirkung des sportlichen Großereignisses auf ihren Betrieb "eher negativ", elf Prozent sogar als "sehr negativ".

Lediglich drei Prozent der Betriebe haben eine "sehr positive" Auswirkung der EM auf den eigenen Betrieb angegeben, so das Ergebnis einer Online-Umfrage des Market-Instituts unter 3.615 Mitgliedern der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich, die am Mittwoch präsentiert wurde.

Image statt barer Münze
"In den Kassen der Hotellerie und Gastronomie war die EURO 2008 nicht das große Geschäft", sagte der Spartenobmann Tourismus in der WKÖ, Johann Schenner. Laut Schenner ist das Image und die Werbung für unser Land entscheidend. Die EM habe nämlich "sehr wohl etwas gebracht", so der WKÖ-Spartenobmann, der glaubt, dass sie sich in Zukunft positiv auf Österreich auswirken wird.

Stammgäste flüchteten
Eines der Hauptprobleme sei das Ausbleiben von Stammgästen gewesen. Knapp mehr als die Hälfte der Betriebe in Wien habe sich darüber beklagt, österreichweit jammerte jeder dritte Tourismusbetrieb über fehlende Stammgäste. Außerdem waren die österreichischen Gastronomiebetriebe nur "bedingt einfallsreich". Zusätzlich zu Live-Übertragungen der Spiele seien kaum Aktivitäten gesetzt worden.

Doch obwohl die EM für den heimischen Tourismus nicht so toll gelaufen ist, glauben 32 Prozent der Touristiker an eine "sehr positive" Auswirkung der EURO auf das Image Österreichs im Ausland. Von einer positiven Auswirkung auf die österreichische Gastronomie und Hotellerie sind dagegen nur noch neun Prozent überzeugt.
(apa/red)