Trotz ernster Vereinskrise: Inter Mailand erreicht Endspiel des italienischen Pokals

Halbfinal-Triumph gegen Udinese Calcio Palermo und Roma ermitteln zweiten Finalisten

Inter Mailand ist am Dienstag in das italienische Fußball-Cupfinale eingezogen. Dem Tabellen-Dritten der Serie A reichte nach dem 1:0-Hinspielsieg im zweiten Duell bei Udinese ein 2:2 (1:0). Inters zweimalige Führung durch Solari (8.) und Pizzarro (86.) glichen Obodo (82.) und Iaquinta (89./Elfer) jeweils aus. Der zweite Finalist wird zwischen Palermo und AS Roma (2:1) am Mittwoch ermittelt.

Der Aufstieg vermag jedoch die Wogen bei Inter kaum zu glätten. Seit dem blamablen Aus im Champions-League-Viertelfinale gegen Villarreal befindet sich der Verein im freien Fall. Trainer Roberto Mancini steht vor der Ablöse und sieht für sich selbst auch keine Zukunft mehr bei Inter. "Es macht keinen Spaß mehr, ich verspüre Lust, ins Ausland zu gehen." Auch Klub-Besitzer Massimo Moratti verliert offenbar zunehmend die Freude an seinem kostspieligen Hobby. "Der Gedanke, Inter zu verlassen, ist schon da", gestand der enttäuschte Öl-Magnat vor dem Cup-Halbfinale.

Moratti ist nicht nur enttäuscht von der Leistung seiner zwar hoch bezahlten, aber erfolglosen Spieler, sondern auch vom eigenen Anhang. Am Wochenende waren die Inter-Profis nach der Rückkehr vom Sieg in der Meisterschaft in Ascoli in der Nacht auf dem Flughafen von ihren Fans beschimpft und angegriffen worden.

Aus Angst vor weiteren Fan-Randalen wurde das Richtung weisende Mailänder Derby in der Serie A am Karfreitag um zwei Stunden auf 18.30 Uhr vorverlegt. Milans Stürmerstar Andrej Schewtschenko warb bereits für ein friedliches Miteinander im Stadion. "Fußball ist kein Krieg und wir sind keine Gladiatoren", sagte der Ukrainer am Dienstag.

(apa/red)