Trotz Selbstmordanschlag in Tel Aviv: Knesset zur 1. Sitzung zuammengetreten

Peres: "Demokratischer Prozess nicht gestoppt" Koalitionsverhandlungen können noch Wochen dauern

Drei Wochen nach der Wahl in Israel ist das neue Parlament am Montag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Die Zeremonie in der Knesset war überschattet von dem Selbstmordanschlag in Tel Aviv, bei dem ein palästinensischer Extremist neun Menschen mit in den Tod riss. Politiker aller Fraktionen verurteilten die Bluttat und riefen die von der militanten Hamas geführte palästinensische Regierung auf, der Gewalt ein Ende zu setzen.

Als dienstältester Parlamentarier leistete der frühere Regierungschef Shimon Peres vor Präsident Moshe Katzav als erster Abgeordneter seinen Eid. "Wir sind der einzige Staat, der in nur 58-jähriger Existenz fünf Kriege und zwei Volksaufstände (Intifadas) erlebt und sich jedes Mal durchgesetzt hat", sagte der 82-Jährige anschließend vor dem Parlament. "Wir haben den demokratischen Prozess niemals gestoppt."

Ihre politische Arbeit nehmen die 120 Abgeordneten erst nach der Einsetzung der neuen israelischen Regierung auf. Der designierte Ministerpräsident Ehud Olmert führt Koalitionsverhandlungen mit mehreren Parteien, die noch einige Wochen dauern könnten.

(apa)