Trotz Rücknahme der Reform durch Chirac: Französische Studenten setzen Proteste fort

Sperren & Blockaden in Rouen, Toulouse und Nantes

Französische Schüler und Studenten haben ihre Protestaktionen auch nach der angekündigten Rücknahme der umstrittenen Reform zum Abbau des Kündigungsschutzes fortgesetzt. Am Dienstag errichteten jugendliche Gegner der Regierungspolitik unter anderem Straßensperren in Rouen, sie blockierten Busdepots in Toulouse und besetzten Flugpisten in Nantes.

In mehreren Städten, darunter in Paris, wollten Schüler und Studenten demonstrieren, um den Druck auf die bürgerlich-konservative Regierung von Premierminister De Villepin aufrecht zu erhalten, während das Parlament eine Neuregelung des Gesetzes berät. Am späten Abend wollte die Nationalversammlung die Debatte über die Neuregelung beginnen, die den Erstanstellungsvertrag für Berufsanfänger, CPE, rasch ersetzen soll.

Der aus zwei Artikeln bestehende Entwurf regelt einen Zuschuss für Arbeitgeber, wenn sie 16 bis 25 Jahre alte Arbeitslose, die schlecht ausgebildet sind oder aus Problemvierteln stammen, unbefristet einstellen. Staatspräsident Chirac hatte den seit Monaten von Gewerkschaften und Linksopposition heftig bekämpften CPE am Vortag zurückgezogen und diese Neuregelung angekündigt.

Der Fraktionschef der konservativen Regierungspartei UMP in der Nationalversammlung, Bernard Accoyer, sagte am Dienstag, über den bereits im Parlament eingebrachten Gesetzesantrag könnte bis zum Wochenende abgestimmt werden. Die Gewerkschaften hatten ultimativ von der Regierung gefordert, die umstrittenen Reform bis zum Beginn der Parlamentsferien am Ostermontag zurückzunehmen. (apa)