Trotz Premierensieg: Räikkönen und der schwere Weg großer Ferrari-Fußstapfen!

Stallduell mit Massa noch lange nicht entschieden Verhältnis zu Vorgänger Schumacher kein herzliches

Trotz Premierensieg: Räikkönen und der schwere Weg großer Ferrari-Fußstapfen!

Es war ein Einstand nach Maß, den Kimi Räikkönen im Grand Prix von Australien auf den Asphalt gezaubert hat. Rekordweltmeister Michael Schumacher aus den Köpfen der Ferrari-Fans zu verdrängen, ist für den Finnen aber eine längerfristige Aufgabe. Zu viel hat der Deutsche in Rot gewonnen. Widerwillig nahm Räikkönen die vielen Fragen nach Schumacher zur Kenntnis.

"Ich habe ihn vielleicht zweimal gesehen. Als wir das Auto vorgestellt haben und bei einem Test. Da bin ich zur selben Zeit gegangen, als er gekommen ist", verriet Räikkönen. Echte Zuneigung manifestiert sich anders. Als ihm nach dem Grand-Prix-Sieg in Australien ein Telefon mit Schumacher in der Leitung gereicht wurde, schob er es auf die schlechte Verbindung, dass er noch kürzer angebunden war als er es sonst ohnehin schon ist.

Lauda: "Räikkönen muss aufpassen"
Ein symbolisches Bild. Räikkönen ist Räikkönen. Er will keine Ratschläge - von wem auch immer. Schon gar nicht von seinem Vorgänger, der bei Ferrari als Berater tätig ist. "Aber Räikkönen muss aufpassen", meinte Österreichs ehemaliger Ferrari-Weltmeister Niki Lauda. "Er hat sich zwar auf der Strecke bewiesen, aber daneben muss er das noch. So leicht ist das in der Formel 1 nicht."

Das hat Räikkönen spätestens in der vergangenen Saison erfahren, als er trotz seiner unbestrittenen Fähigkeiten im McLaren-Mercedes keinen einzigen Grand Prix gewonnen hatte. Der Vizeweltmeister von 2005 hatte oft trotzig auf seine Ausfälle reagiert, die Schuld auf das Team geschoben. "Wenn er frustriert war, hat er die Disziplin verloren. Das muss er abstellen", erklärte Lauda.

Stallduell mit Massa nicht entschieden
Denn auch das Stallduell mit Felipe Massa ist nach einem Rennen noch lange nicht entschieden. Der Brasilianer, deutlich zugänglicher und weniger arrogant als der Finne, hat eine große Lobby bei Ferrari - von Generaldirektor Jean Todt bis Schumacher. Wenngleich am Ende nur Siege zählen. Und einen solchen hat Räikkönen in Australien trotz ausgefallenen Funks in eindrucksvoller Manier eingefahren.

Zu überlegen waren die Ferraris gewesen. "Komm schon, Kimi, es ist OK, ein wenig zu lächeln", forderte die "Herald Sun" den 27-jährigen "Iceman" auf. Auf der Titelseite brachte die meisterverkaufte Tageszeitung Australiens aber ein großes Foto von der spektakulären Kollision des Schotten David Coulthard mit dem Österreicher Alexander Wurz. Keine 20 Zentimeter war Coulthards Red-Bull-Bolide bei dessen Comeback am Kopf des Niederösterreichers vorbeigeflogen. (apa/red)