Trotz Parteien-Hick Hack: Immer mehr Österreicher wollen schnell Große Koalition!

SWS-Studie: Präferenz stieg während Verhandlungen Minderheitsvariante & Rechts-Koalition unbeliebt

Die Präferenz der Österreicher für eine Große Koalition ist während der ersten zweieinhalb Wochen der Regierungsverhandlungen gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS), die in einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Während die Zahl der Befürworter einer Großen Koalition insgesamt nach einem kleinen "Durchhänger" um 9 Prozent zugenommen hat, machte sich bei der Präferenz einer SPÖ-Minderheitsregierung sowie einer Koalition zwischen ÖVP, FPÖ und BZÖ ein rückläufiger Trend bemerkbar.

"Die Studie ist vor dem Abbruch der Koalitionsverhandlungen abgeschlossen worden, daher können wir über dessen Auswirkungen auf Koalitionspräferenzen keine Aussagen machen," betonte Marc Bittner von der SWS. Knapp bevor die ÖVP die Verhandlungen auf Eis gelegt hat (Befragungszeitraum von 10. bis 27. Oktober 2006), war die überwiegende Mehrheit (69 Prozent) der Österreicher jedenfalls für eine Große Koalition. Nur 8 bzw. 10 Prozent wünschten sich eine SPÖ-Minderheitsregierung bzw. eine Koalition zwischen ÖVP-FPÖ-BZÖ.

Auffällig ist, dass sich die Befürworter einer Großen Koalition in allen politischen Lagern wiederfinden - mit Ausnahme der FPÖ, hier bevorzugt die Hälfte der Wähler eine Koalition zwischen FPÖ, BZÖ, und ÖVP. Bei der SPÖ befürworten mit 83 Prozent deutlich mehr Anhänger die Große Koalition als bei der ÖVP (61 Prozent). "Das erklärt sich damit, dass die SPÖ den Kanzler stellen würde", meinte Bittner.

Im Fall von Neuwahlen würde sich laut Studie das Kopf-an-Kopf Rennen zwischen den beiden Großparteien fortsetzen. Bittner gab allerdings bei dieser Frage zu bedenken, dass auf Grund der Tatsache, dass über 60 Prozent der ÖVP-Wähler für eine Große Koalition sind, der vorläufige Rückzug der ÖVP aus den Verhandlungen sich nicht unbedingt positiv für die Partei auswirken könnte. Grundsätzlich würde es bei Neuwahlen aber darum gehen, welche der beiden Großparteien die Wechselwähler stärker motivieren könne.

In einer zweiten Studie untersuchte die SWS die Meinung der Österreicher zu einer Verschärfung der Asyl- und Zuwanderungsgesetze nach Schweizer Vorbild. Die Ergebnisse zeigen, dass eine recht deutliche Mehrheit (63 Prozent) für ein strengeres Asyl- und Zuwanderungsgesetz in Österreich eintritt. Interessant ist, dass sowohl SPÖ- als auch ÖVP-Sympathisanten zu sehr ähnlichen Anteilen für eine Verschärfung der Asylgesetze eintreten. Deutliche Abweichungen zeigen sich nur bei den Grünen und der FPÖ: Während sich bei den Grünen nur ein knappes Viertel für eine härtere Gangart ausspricht, sind es bei der FPÖ 92 Prozent.

(apa/red)