Trotz Kälte aufs Lüften nicht vergessen: So können Sie giftige Schimmelpilze vermeiden

Welche Temperatur ist die richtige? Experten uneinig Nicht zu trocken, nicht zu heiß: So lässt's sich wohnen

Trotz Kälte aufs Lüften nicht vergessen: So können Sie giftige Schimmelpilze vermeiden © Bild: Corbis

Das richtige Beheizen der Wohnung im Winter will gelernt sein. "Wer zu wenig lüftet, das Fenster ständig kippt, zu viel heizt oder eine ungünstig hohe oder niedrige Luftfeuchte hat, kann nicht nur den Wänden einen hässlichen Schimmelpilz, sondern auch sich selbst Krankheiten einhandeln", warnt Julia Hurraß, Leiterin der Abteilung Wohnmedizin am Universitätsklinikum Freiburg.

Schimmel kann Allergien auslösen, Asthmasymptome fördern und anfälliger für Erkältungen und andere Infekte machen. Ursache für einen Schimmelpilz sind meist unzureichend isolierte Außenwände, doch auch schlechtes Heizen und Lüften kann schuld sein. Wie man "richtig lüftet"? Hurraß empfiehlt eine regelmäßige Stoßlüftung für fünf Minuten. Das senkt die Luftfeuchte und zugleich die Gefahr, dass giftige Chemikalien bei starker Beheizung aus der Wohnungseinrichtung austreten.

Ans Sparen denken
Was die optimale Temperatur im Innenraum betrifft, gehen die Fachmeinungen auseinander. Hurraß empfiehlt eine konstante Temperatur aller Räume von 19 bis maximal 21 Grad. Peter Kafke von der Verbraucherzentrale Energieberatung zufolge ist das "Energieverschwendung". "Wenn keine Schimmelpilz-Gefahr besteht, kann man tagsüber bei leerer Wohnung oder auch nachts beim Schlafen die Heizung ruhig ganz abschalten. Damit spart man auch Strom der Heizungspumpe." Doch verbraucht das Aufheizen einer kalten Wohnung nicht mehr Energie als das konstante Warmhalten? Laut Kafke ein physikalischer Unsinn.

Anti-Schimmel-Tipp
Wer Schimmel verhindern will, sollte auf die Luftfeuchtigkeit achten. "Je wärmer die Temperatur ist, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft in der Wohnung aufnehmen. Kritisch wird es dann an deutlich kühleren Teilen der Wohnung, etwa in schlecht gedämmten Außenecken. Die meisten Schimmelpilze gedeihen ab rund 80 Prozent Feuchtigkeit. Die werden in einer kalten Ecke schnell überschritten. Besonders wenn man durch Duschen oder Kochen, durch Zimmerpflanzen, ein Aquarium oder durch Trocknung der Wäsche hohe Luftfeuchten erreicht, sollte man deshalb im Winter genug heizen und lüften."

Nicht zu feucht & nicht zu trocken
Als "ideale Luftfeuchte" sieht Kafke einen Wert von 60 bis 40 Prozent. Darunter wird es kritisch, da zu trockene Luft die Bronchien anfällig machen kann. "Das ist der Fall, wenn die Wohnung undicht ist oder zu viel gelüftet wird - dann wird es zu trocken", so der Energieexperte. Die Wohnmedizinerin Julia Hurraß ergänzt, dass auch die im Winter erhöhte Feinstaubbelastung die Schleimhäute und oberen Atemwege reizen kann. In diesem Fall empfiehlt sie, ausreichend zu trinken.

(pte/vk)