Trotz Bezahlung der Gebühren kein Platz: Student klagt Medizinische Universität Graz

Musterprozess zum Uni-Zugang der ÖH hat begonnen Klage wegen Verdienstentgang und Studiengebühren

Am Grazer Landesgericht für Zivilrechtssachen hat am Freitag der Prozess Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) gegen die Medizinische Universität Graz (MUG) begonnen. Ein Student, der trotz Bezahlung der Studiengebühren keinen Platz erhalten hatte, hat eine von der ÖH unterstützte Klage eingebracht: Darin wird einerseits die Rückerstattung des Verdienstentgangs auf Grund eines späteren Berufseinstiegs gefordert, andererseits die Rückerstattung der Studiengebühr. Der junge Mann sei mit seinem Studium wegen des geringen Lehrangebots an der Uni im Verzug, hieß es von der ÖH.

Um 9.30 Uhr startete die von der ÖH als "Musterprozess" bezeichnete Verhandlung gegen die Med Uni und die Republik Österreich. Als Kläger tritt der Studierende - unterstützt von der ÖH - auf. Bei der so genannten "vorbereitenden Tagsatzung" am Freitag unter Richter Friedrich Moshammer wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt sowie der weitere Fortgang des Prozesses erörtert. Ein Ergebnis wird für Freitag nicht erwartet. Wie der Richter vorab gegenüber der APA meinte, sehe die Verhandlung nach einem Musterprozess aus. Eine Einigung der beiden Parteien sei wohl nicht zu erwarten.

"Der Student befindet sich jetzt schon im Verzug mit seiner Ausbildung an der Uni", so Nena Kuckenberger aus dem Vorsitz-Team der Grazer ÖH. Wie viele Semester er tatsächlich bis zu seinem Abschluss noch verlieren werde, sei ungewiss und käme auf die angebotenen Lehrveranstaltungen an. Wie dem Kläger ginge es auch vielen anderen Studenten. Nun werde man erst einmal "abwarten und schauen, was passiert", erklärte die Sprecherin.

Wegen des noch laufenden Verfahrens wollte die Universität keine Stellungnahme abgeben. Zu dem Vorwurf der ÖH, dass rund 140 Studenten eine Zwangspause im Studium drohen könnte, hieß es aus dem Büro des Rektors: "Die MUG hat im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen alle in ihrem Bereich liegenden Maßnahmen ergriffen und vorhandene Ressourcen ausgenutzt, damit die Studierenden die Wartezeit möglichst gut nutzen können, z.B. indem sie die im Studienplan vorgeschriebenen Wahlpflichtfächer und die Freien Wahlfächer absolvieren können." (apa/red)