Trotz fantastischer Bedingungen: Rückgang bei Skitouristen wegen Klima-Diskussion

"Schnee kommt nach wie vor, aber immer später" Beschneiungsanlagen wie Vollkasko-Versicherung

Die Diskussion rund um den Klimawandel hat dem Wintertourismus Umsatzeinbußen gebracht. Trotz "fantastischer Bedingungen" vor allem in höheren Lagen habe es bei den Skitouristen einen Rückgang gegeben. Durch die "sehr emotionell" geführte Diskussion, sei ein falscher Eindruck entstanden, sagte Roderich Urschler von den "Austrian Seilbahnpartnern" in Innsbruck.

Eine weitere Verstärkung bei den Investitionen in Beschneiungsanlagen werde erwartet, meinte Urschler. Dies sei eine Folge der sich ändernden Bedingungen für den Wintertourismus. "Der Schnee kommt nach wie vor, aber immer später," sagte er. Die Anschaffung von Beschneiungsanlagen sei deshalb wie eine Vollkasko-Versicherung für die Skigebiete. Braucht man sie nicht, sind die Anlagen "irrsinnig teuer". Wenn ihr Einsatz nötig ist, und das sei immer öfter der Fall, seien sie dafür "irrsinnig billig". Die Schneekanonen der Zukunft müssen eine schnellere Beschneiung ermöglichen und auch bei höheren Temperaturen einsatzfähig sein. Bei der Interessensgemeinschaft der "Austrian Seilbahnpartner" handelt es sich um die 50 wichtigsten Zulieferbetriebe der Branche.

Die Seilbahnindustrie investiere 500 Mio. Euro pro Jahr in die österreichischen Skigebiete. Das entspreche 50 Prozent des Umsatzes. Der Skisport bringe Österreich eine "enorme Wertschöpfung", sagte Urschler. Innsbruck werde mit der Eröffnung der Interalpin Messe für drei Tage "zum Nabel der Seilbahnwirtschaft" avancieren, meinte Georg Lamp, Geschäftsführer von Congress und Messe Innsbruck. Er rechne bei dieser Fachmesse für alpine Technologien zwischen 18. und 20. April mit 16.000 Besuchern aus 20 Nationen. 30 Prozent der Aussteller würden aus dem Ausland kommen, gab Lamp an. Der wirtschaftliche Faktor für Innsbruck sei "enorm". Im Mittelpunkt stehen unter anderem neue Beschneiungstechnologien, aber es werden auch Konzepte für die Belebung des Sommertourismus präsentiert, erklärte Lamp.

Der Sommertourismus werde vermutlich lediglich eine Ergänzung zum Wintertourismus bleiben, sei aber ausbaufähig. Auf der Interalpin widmet man in diesem Jahr dem Thema Sommertourismus eine Sonderschau, die den Skigebieten Vorschläge für die "sinnvolle" Nutzung im Sommer bieten will. Dabei setze man vor allem auf Spaß an der Bewegung im Freien, den unter anderem ein so genannter "Skyshooter" bringen soll. Das 250.000 Euro teure Gerät katapultiert den vergnügungsorientierten Sommertouristen 25 Meter in die Luft.

(apa/red)