Ski Alpin von

Kolleginnen muntern Vonn auf

Nach dem Olympia-Aus findet US-Star Trost im Skizirkus und bei einem Vierbeiner

Ski-Star Lindsey Vonn verlässt geknickt an der Seite von Tiger Woods das Stadion von Val d'Isere © Bild: FRANCK FIFE/AFP/Getty Images

Mitgefühl, Aufmunterung und Verständnis bekommt sie von den Konkurrentinnen Maria Höfl-Riesch, Tina Maze und Anna Fenninger. Trost wird ihr die Familie und Lebensgefährte Tiger Woods spenden. Ihr Leid aber teilt Lindsey Vonn seit kurzem mit einem Hund namens Leo, den sie aus dem Tierheim geholt hat. Und der wie der Skistar am Knie verletzt ist.

Während der Kreuzbandriss Vonn um ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi und in eine missliche Gemütslage bringt, hat es sich der neun Monate alte Hund bei seinem neuen Frauchen eindeutig verbessert. Seit er als Welpe von einem Auto angefahren wurde, habe er ein Knieleiden und niemand wollte ihn haben, erklärte Vonn auf Facebook. "Aber ich will!", schrieb die US-Amerikanerin und postete ein Bild des großen, graubraunen Vierbeiners.

Indes absolvierten Tausende Kilometer entfernt Vonns Rennsport-Kolleginnen das erste offizielle Abfahrtstraining in diesem Jahr in Altenmarkt-Zauchensee. Auf der Kälberlochstrecke hat Vonn zwei Weltcuprennen gewonnen und zahlreiche Stockerlplätze erreicht, auch die bisher letzte Abfahrt 2011 wurde ihre Beute.

"Schade, dass sie nicht zu Olympia fährt. Ich habe gedacht, dass sie es noch mehr probieren wird, aber ich denke, es ist halt sehr schwierig, wenn man kein Kreuzband hat. Sie war schon verrückt, dass sie so schnell zurückgekommen ist und es in Val d'Isere versucht hat. Aber wir sind halt alle Athleten, wir können nie ruhig bleiben wir müssen es immer probieren", brachte die Slowenin Tina Maze großes Verständnis und Mitgefühl auf.

Höfl-Riesch tut es "sehr leid"

"Es tut mir sehr leid für sie. Es ist aber angesichts ihrer Verletzung sicher vernünftig, denn die Gesundheit ist das Wichtigste", meinte die Deutsche Maria Höfl-Riesch, die nach ihren zwei Kreuzbandrissen auch Olympische Spiele und Weltmeisterschaften verpasst hat, zum Olympia-Aus für ihre Freundin.

Anna Fenninger hat die Entscheidung Vonns nicht überrascht: "Ich habe sie bewundert, dass sie ohne Kreuzband versucht hat, eine Abfahrt zu fahren. Das ist eine sehr große Belastung für das Knie. Aber sie ist auch nur ein Mensch und hat Schwächen", merkte die Salzburgerin an.

"Man kann in niemanden reinschauen. Aber es ist definitiv so, wenn man nicht hundertprozentig fit ist, dann kann man keine Spitzenleistung bringen. Auch Lindsey nicht. Denn dann ist das ein Risiko und es macht keinen Spaß. Und im Endeffekt sollt es auch Spaß machen, was man tut, und kein Krampf sein. Ich finde gescheit von ihr, dass sie sich nun auf die nächsten Dinge konzentriert", sagte Elisabeth Görgl.

Das Knie spielte nicht mit

Das Wichtigste sei der Körper. "Das weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung. Wenn der nicht funktioniert, kannst noch so wollen, es geht nicht."

Sie kenne Fälle von Sportlern, die ohne Kreuzband "voll fahren" konnten. "Aber das ist sehr individuell. Der Athlet muss spüren, ob er es packt. Mental und vom Körpergefühl her. Wenn man sich drüber traut, ist nichts dagegen einzuwenden. Aber wenn man bei einer Passage auslässt, wo man voll drüber gehen sollte, wird es schwierig", weiß die Steirerin.

Am 21. Dezember nahm Vonn mit gerissenem Kreuzband die Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere in Angriff, musste diese wegen des instabilen Knies aber abbrechen und fuhrt mit schmerzverzerrtem Gesicht ins Tal. Zeigte sie sich damals noch kämpferisch für die Winterspiele, musste sie sich kürzlich eingestehen, dass sie den Wettlauf mit der Zeit nicht mehr gewinnen kann. Ihr Fokus liegt nun auf der vollständigen Genesung und der Heim-WM 2015 in Vail/Beaver Creek.

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