Tropensturm "Hanna" wütete auf Haiti: Die Zahl der Opfer ist auf fast 500 angestiegen

Nach Tropensturm "Hanna" zieht schon "Ike" heran Großteil der Ernte im bitterarmen Haiti zerstört

Tropensturm "Hanna" wütete auf Haiti: Die Zahl der Opfer ist auf fast 500 angestiegen © Bild: AP/Cubillos

Nach den Verwüstungen und Überschwemmungen durch den Tropensturm "Hanna" ist die Lage in Haiti nach offiziellen Angaben "katastrophal". Mindestens 137 Menschen, nach Angaben eines Polizeisprechers aus der am schwersten betroffenen Stadt Gonaives sogar fast 500, wurden durch den Hurrikan getötet, teilte das Büro für Zivilschutz laut dem Radiosender Radio Metropole am Samstag mit.

Mehr als 10.000 lebten in der Region Gonaives in provisorischen Unterkünften. Umso stärker könnte der Sturm "Ike" das ärmste Land der Karibik treffen, der sich mit der Stärke 3 auf der bis 5 reichenden Hurrikan-Skala an den Inseln der Karibik vorbeibewegt.

"Ike" entwickelte in der Nacht auf Samstag in seinem Zentrum Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometer pro Stunde und wurde von den Meteorologen als "potenziell gefährlicher Tropensturm" eingestuft. Nach Berechnungen des Hurrikanzentrums in Miami wird er in der Nacht auf Sonntag erst über die Turks- und Caicosinseln sowie die südlichen Bahamas ziehen, dann nördlich an Kuba vorbei die Südspitze Floridas streifen, um schließlich den Golf von Mexiko zu erreichen.

Weite Teile der landwirtschaftlichen Flächen Haitis sind durch "Hanna" verwüstet worden, tausende Häuser zerstört. Auch in der benachbarten Dominikanischen Republik, auf den nördlich gelegenen Turks- und Caicosinseln, den Bahamas und Jamaika kam es zu Überschwemmungen und Zerstörungen. Nach dem Hurrikan "Gustav" bewegt sich nun "Hanna" mit orkanartigen Winden und Regen auf die Küste des US-Bundesstaates South Carolina zu und könnte nach den bisherigen Prognosen der gesamten Ostküste der USA flutartige Regenfälle bringen.

Hilfsorganisationen befürchten, dass zum Ende des Jahres rund vier Millionen Menschen vom Hunger bedroht sein werden. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union sagten den betroffenen karibischen Staaten rasche Nothilfe zu. UN-Nothilfekoordinator John Holmes sagte am Freitag vor Journalisten in New York, derzeit würde noch das Ausmaß der Schäden geschätzt. Die Vereinten Nationen planten in Kürze einen Spendenaufruf. Besonders hart getroffen wurden Haiti und Kuba. Holmes zufolge brauchen 600.000 Haitianer Hilfe.

Die EU hat bisher Haiti Hilfsmaßnahmen in Höhe von insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. "Wir haben Berichte über zehntausende Menschen, die sofort dringend Hilfe benötigen", sagte EU-Entwicklungskommissar Louis Michel am Freitag. "Ihre Situation ist verzweifelt."
(apa/red)