Triumph für Österreich: ÖSV-Adler holen auf der Großschanze ihr zweites Gold!

Loitzl, Widhölzl, Morgenstern und Höllwarth siegreich Titelverteidiger Finnland auf Platz 2 vor Norwegen

Österreichs Skispringer haben neuerlich mit dem Team zugeschlagen. Wolfgang Loitzl, Andreas Widhölzl, Thomas Morgenstern und Martin Höllwarth holten nach der erfolgreichen Titelverteidigung vom kleinen Bakken auch auf der Großschanze die Goldmedaille. Die ÖSV-"Adler" siegten mit 1.137,3 Punkten 14,4 Zähler vor Titelverteidiger Finnland und 23,8 Punkte vor Norwegen. Für Höllwarth und Loitzl war es bereits der dritte WM-Team-Titel ihrer Karriere.

Erneut gab es für die 23.000 Zuschauer auf der Schattenberg-Schanze einen dramatischen und hochklassigen Wettkampf. "Diese WM war ein Auf und Ab. Zuerst eine Watsch'n im Einzel, dann eine Streicheleinheit, dann gestern wieder eine Watsch'n, heute wieder die Streicheleinheit", beschrieb Höllwarth, der wie schon am ersten WM-Sonntag als Schluss-Springer wieder eiserne Nerven bewiesen hatte, und die Goldmedaille sicherte, den WM-Verlauf.

Zuvor hatte, - eine weitere Parallele zum Normalschanzen-Mannschaftsbewerb -, Thomas Morgenstern den Sieg noch in Gefahr gebracht: Diesmal aber nicht wegen eines zu kurzen Sprunges, sondern weil der 18-jährige Kärntner den 137,5-m-Sprung im Auslauf fast nicht mehr stehen konnte und mit einer Hand fast in den Schnee gegriffen hätte. "Mir wäre lieber gewesen, der Morgi hätte da einen Telemark gesetzt", gestand auch Höllwarth seine Nervenanspannung ein.

Vor dem achten und letzten Sprung jeder Mannschaft lag die ÖSV-Truppe rund acht Meter vor den Finnen - und das wusste auch Höllwarth. Österreich hatte schon nach Andi Widhölzls erstem Sprung im zweiten "Heat" erstmals die Führung übernommen, nach dem vierten Sprung durch Höllwarth gab sie diese bis zum Schluss nicht mehr ab.

Morgenstern besonders erleichtert
Besonders erleichtert war wieder Morgenstern, der als 18-Jähriger in den ewigen Bestenlisten mit zwei Mal Gold schon sehr weit oben aufscheint. "Ein Wahnsinn, dass wir hier zwei Mal Weltmeister geworden sind. Und ich habe noch eine lange Karriere vor mir, jetzt freue ich mich schon auf Sapporo." Wolfgang Loitzl, nun schon dreifacher Team-Weltmeister, freute sich ebenfalls riesig: "Wir haben gewusst, dass wir stark sind, aber das wir hier zwei Mal Weltmeister werden, damit haben wir nicht gerechnet." Widhölzl, der bisher bei Weltmeisterschaften fast durchwegs unglücklich agierte, sagte: "Es ist voll cool, dass ich hier zwei Mal dabei sein durfte."

Der nunmehr zweifache, junge Weltmeister-Trainer Alexander Pointner zum Doppel-Triumph: "Das war ein Wechselbad der Gefühle. Ich habe die Mannschaft nach dem Einzel wieder aufgerichtet. Sie haben begriffen, dass wir das nicht verdient haben. Morgenstern war down, ich habe ihn wieder aufrichten müssen. Die Stärke war, dass sie die Sachen abhaken konnten und sich wieder auf ihre Stärken besinnt haben." Der Nordische Direktor, Toni Innauer, meinte, dieses Ergebnis spreche für die Betreuer und die Athleten: "Wir waren am Freitag relativ weit weg, dann haben viele nicht mehr mit uns gerechnet." (apa/red)

Ergebnis Teambewerb Großschanze:

1. Österreich 1.137,3 Punkte
(Wolfgang Loitzl 131 m/132 m - Andreas Widhölzl 131/135,5 - Thomas Morgenstern 135/137,5 - Martin Höllwarth 138,5/138)

2. Finnland 1.122,9
(Risto Jussilainen 130,5/134,5 - Tami Kiuru 131/126 - Matti Hautamäki 139,5/139,5 - Janne Ahonen 129,5/142,5)

3. Norwegen 1.113,5
(Björn Einar Romören 136,5/133,5 - Sigurd Pettersen 123,5/128,5 - Lars Bystöl 136/131,5 - Roar Ljökelsöy 134/141,5)

4. Slowenien 1.004,6
(Primoz Peterka 119,5/129 - Jure Bogataj 116,5/119 - Jernej Damjan 128/124,5 - Rok Benkovic 139,5/138,5)

5. Deutschland 985,6
(Martin Schmitt 121,5/128 - Jörg Ritzerfeld 117,5/120 - Michael Uhrmann 127/125,5 - Georg Späth 134,5/128)

6. Russland 933,6
(Ildar Fatschullin 120/130,5 - Dmitri Ipatow 119/117,5 - Denis Kornilow 119/114 - Dmitri Wassilijew 131/126)

7. Schweiz 932,9
(Andreas Küttel 124,5/131,5 - Michael Möllinger 122/124 - Marco Steinauer 110/119 - Simon Ammann 122/120)

8. Tschechien 916,9
(Lukas Hlava 113,5/107,5 - Jan Mazoch 116/111,5 - Jan Matura 122,5/127,5 - Jakub Janda 138,5/128,5)

Insgesamt 15 Teams am Start, nur die besten acht für den zweiten Durchgang qualifiziert.