Trinkwasser verseucht

Bezirk Baden: Fäkalbakterien entdeckt - Pestizide verunreinigen Wasser in Korneuburg

von Im Bezirk Baden ist das Trinkwasser durch Fäkalbakterien verseucht worden. © Bild: Thinkstock.de

1.400 Menschen stehe daher derzeit kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, wie der ORF NÖ berichtet. Die Gemeinde habe bei zahlreichen Haushalten aus Sicherheitsgründen den Trinkwasserzugang gesperrt und die Bevölkerung mit Postwurfsendungen informiert, dass Leitungswasser vor dem Trinken mindestens drei Minuten abgekocht werden muss.

Im Dezember waren die Werte demnach noch in Ordnung. Anfang Jänner sei - nach mehreren Tagen Starkregen - in der Nachbargemeinde Alland eine Verunreinigung festgestellt worden, worauf auch das Wasser in Klausen-Leopoldsdorf kontrolliert wurde. In den Proben fand die Wasseruntersuchungsanstalt in Wien Bakterien. Wie hoch der Grad der Verschmutzung ist, sei noch nicht bekannt. In Alland konnte das Leitungswasser mittlerweile wieder freigegeben werden, so der ORF.

Korneuburg: Gesundheitsgefährdendes Grundwasser

Die Verunreinigung im Bezirk Baden ist jedoch nicht der einzige Fall in Niederösterreich: In der Diskussion um das verunreinigte Korneuburger Grundwasser gibt es nun neue Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung. Das gehe aus einer von der Stadtgemeinde beauftragten und an der FH Technikum Wien durchgeführten Studie hervor, hieß es am Dienstag in einer Pressekonferenz in Wien. Global 2000 forderte von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Rücknahme eines vor wenigen Wochen veröffentlichten Unbedenklichkeits-Gutachtens - die AGES hielt ihre Risikobewertung in einer Reaktion aufrecht.

Wasser nicht mehr trinkbar

Das AGES-Gutachten habe dem pestizidkontaminierten Grundwasser in Korneuburg Ungefährlichkeit für den Menschen bescheinigt – selbst Babys könnten täglich 0,75 Liter davon konsumieren, obwohl der Pestizidgrenzwert bis zu tausendfach überschritten werde, hieß es in der Pressekonferenz. Die Studie der FH Technikum Wien spreche eine andere Sprache. Es handle sich um einen "Kontaminanten-Cocktail, den man nicht verniedlichen sollte", warnte der Autor der Expertise, Franz Tatzber. Die FH hatte seinen Angaben zufolge 20 Wasserproben an 16 Entnahmestellen gezogen. Ergebnis: Als Trinkwasser sei das Korneuburger Grundwasser definitiv nicht mehr geeignet. Die Mischung aus Pestiziden und anderen Schadstoffen habe in Versuchen mit menschlichen Zellen Hinweise auf hormonelle Wirksamkeit und damit auf eine potenzielle Gesundheitsgefährdung für den Menschen ergeben, so Tatzber.

Dass Grundwasser, das tausendfach über dem Grenzwert mit Pestiziden belastet sei, unbedenklich sein soll, habe die Skepsis der Menschen weiter vergrößert, sagte die Korneuburger Umweltstadträtin Elisabeth Kerschbaum (G). Das Ergebnis der erweiterten Studie sei demnach "doch überraschend". Aber es bestehe zumindest Klarheit darüber, dass dieses Wasser nicht mehr genutzt werden dürfe, bis die Sanierung abgeschlossen sei.

Kommentare