Triathletin Dollinger erreicht Podestrang im
Weltcup: 2. Platz der Tirolerin in Kitzbühel

Nur von Neuseeländerin Hewitt niedergesprintet Olympiasiegerin Kate Allen belegte den 11. Rang

Triathletin Dollinger erreicht Podestrang im
Weltcup: 2. Platz der Tirolerin in Kitzbühel

Die 29-jährige Triathletin Eva Dollinger hat mit Rang zwei bei der A-Weltcup-Premiere in Kitzbühel ihren bisherigen Karriere-Höhepunkt erreicht. Die Tirolerin setzte sich von Beginn an in der Spitze fest und in der dritten von vier Laufrunden mit Andrea Hewitt von den Fluchtgefährten ab. Die Neuseeländerin siegte schließlich im Zielsprint, Dritte wurde mit Nicky Samuels eine weitere Neuseeländerin. Olympiasiegerin Kate Allen belegte Rang 11.

"Ich möchte mich beim Publikum bedanken, es ist so ein Wahnsinn", war Dollingers erste Stellungnahme, nachdem sie hinter dem Zielstrich überglücklich zu Boden gefallen war. "Das ist das, wovon ich im Winter geträumt habe." Ähnlich wie Kate Allen bei ihrem Olympiasieg 2004 in Athen hatte Dollinger beim Saison-Höhepunkt zugeschlagen, erreichte bei ihrem Heimrennen ihren ersten Podestplatz. Nur 2,54 Sekunden fehlten auf den Sieg.

Dollinger hatte schon vor der Konkurrenz eine Hochform bei sich geortet und war dementsprechend selbstbewusst in die 1,5-km-Schwimmstrecke gegangen. Es galt ihr bisheriges Top-Ergebnis zu toppen, dass sie im vergangenen August beim Weltcup in Tiszaujvaros/Ungarn mit Rang fünf erreicht hatte. "Es ist klar, dass ich mir da jetzt die die Top Drei vorgenommen habe."

Dass sogar auf den Sieg nicht viel fehlte, verdankt Dollinger einem perfekt eingeteilten Rennen. "Schon beim Schwimmen ist es super gelaufen", erklärte die Olympia-28. von Athen, nachdem sie nur einige Sekunden Rückstand auf die schon da führende Hewitt aufgerissen hatte. Doch die ÖTRV-Athletin schloss mit der schnellsten Wechselzeit und mit dem Rad die Lücke rasch und befand sich fortan in einer neunköpfigen Spitzengruppe.

Doch in der zweiten Gruppe machte vor allem die letztlich sechstplatzierte Schweizerin Nicola Spirig Dampf, so kam es in der sechsten von acht Runden der 40-km-Raddistanz zum Zusammenschluss, 28 Athletinnen kamen so geschlossen zum zweiten Wechsel. Der Rest des Feldes mit allen übrigen Österreicherinnen wie Allen, Tania Haiböck (noch gute 17.) und Lisa Hütthaler (47.) befand sich ziemlich konstant zwei Minuten hinter den Führenden.

Für Allen war dieser Rückstand zu groß, um noch in die Podestplätze zu laufen. Doch mit der klar schnellsten 10-km-Laufzeit von 33:01,83 Minuten zeigte die Vize-Europameisterin einmal mehr, was sie kann. Ab Ende des Schwimmens war die 37-Jährige schneller im Ziel als Hewitt. "Ich bin zufrieden, das Laufen war nicht so schlecht. Nur waren die besten Läuferinnen der Welt nicht hier. Und ich bin sehr zufrieden für Eva", sagte Allen anerkennend.

Im Streben um die ersten Plätze aber bildete sich eine achtköpfige Gruppe, aus denen sich dann eben Hewitt und Dollinger lösten. "Dass ich hier im Vorjahr gelaufen bin, war ein Vorteil für mich", erläuterte Hewitt nach ihrem Sieg. "Aber ich musste kämpfen." Denn Dollinger biss sich an ihr fest, was in der drittbesten Laufzeit resultierte. "Das war das beste Rennen meines Lebens, ich bin überglücklich, es ist perfekt gelaufen. Das ist wie ein Sieg."

Das speziell forcierte Schwimm- und Lauftraining hat sich für die Team-Vize-Europameisterin ausgezahlt. "Es war ein taktisches Rennen beim Laufen, ein Ausscheidungsrennen, im Windschatten ein kleiner Vorteil. Ich bin eine Kämpferin, habe alles versucht und gegeben." Punkto Olympia-Qualifikation hat Dollinger nun alle Trümpfe in der Hand. Und ÖTRV-Präsident Walter Zettinig erteilte ein Pauschallob: "Gratulation an das gesamte Damenteam."

Das Wochenende war damit schon vor dem Herren-Rennen auch für den ÖTRV ein voller Erfolg, auch weil die Stimmung an der Strecke hervorragend war. Bisher hatte es nur zwei Mal zweite Plätze für Österreicher im Weltcup gegeben. Johannes Enzenhofer erreichte einen solchen im April 2000 in Ishigaki (Japan), Kate Allen ließ sich im September 2003 in Hamburg von nur einer Konkurrentin besiegen. Ein Weltcup-Sieg steht - noch - aus.

(apa/red)