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Padel: Tennis, Squash und viel Spaß

Volkssport vieler spanischsprachiger Länder fasst langsam auch in Österreich Fuß

Padel-Tennis © Bild: imago/GlobalImagens

Wer einem Österreicher die Frage stellt, ob er mit ihm Padel spielen geht, wird verwunderte Blicke ernten. Bestenfalls wird der Befragte sich auf eine Ruderpartie auf der Donau oder am Wörthersee vorbereiten. Ein bisschen Paddeln eben. Aber nein, Padel hat mit Wasser reichlich wenig zu tun, vielmehr handelt es sich um einen schnell wachsenden Trendsport. Hierzulande zumindest, denn in den meisten spanischsprachigen Ländern ist Padel längst ein Volkssport.

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Geschichte und Verbreitung

Die Wurzeln der Sportart gehen auf ältere Rückschlagspiele wie Jeu de Paume oder Pelota zurück, als Gründungszeit gilt aber das Ende der Sechziger Jahre. Der Mexikaner Enrique Corcuera baute den ersten Padel-Court auf einem kleinen Tennisplatz und umzäunte diesen. Über Alfonso Hohenlohe, einem adeligen Jetsetter und Vater des bekannten österreichisch-mexikanischen Skifahrers Hubertus von Hohenlohe, kam der Sport dann in den Marbella-Club an der spanischen Costa del Sol - ein Grund, warum Padel in Spanien immer noch als Sport der Oberschicht gilt.

Cal Crutchlow und Pol Espargaro beim Padel
© Mirco Lazzari gp/Getty Images Die Motorrad-Stars Cal Crutchlow und Pol Espargaro beim Padel

Von Marbella aus trat Padel dann seinen Siegeszug über den spanischsprachigen Raum und Nordamerika an und erfreut sich dort großer Beliebtheit. In Argentinien soll nur noch Fußball (Diego Maradona und Lionel Messi sei Dank) mehr Anhänger haben. Aber auch in Europa findet der Rückschlagsport mehr und mehr begeisterte Spieler, die Emigration von vielen jungen Spaniern tut ihr Übriges zur Förderung. "In zahlreichen Gesprächen hat sich herausgestellt, dass es auch in Wien bereits eine gewisse Padel Community gibt die den Sport aus Spanien bzw. Südamerika kennen und auch ausüben", erklärt Gerd Bischofter, Geschäftsführer der Sportunion Wien.

Wie spielt man Padel?

"Im Grunde genommen wird nur im Doppel gespielt", erklärt Christoph Krenn, Geschäftsführer des Vereins "Sportunion Padel und Beachsport Wien". Als Verantwortlicher für die einzige Padel-Anlage in Wien weiß der passionierte Sportler, wovon er spricht. "Im Einzel ist der Raum einfach zu groß". Besagter Raum misst 20 Mal 10 Meter und ist durch ein Netz in der Mitte geteilt. Der Court ähnelt ohnehin einem Tennisplatz, mit dem Unterschied, dass es statt Auslauf Plexiglaswände und Zäune gibt.

Padel in Wien
© Christoph Krenn Moderne Padel-Courts sind von außen gut sichtbar

Die Bälle sind handelsüblichen Tennisbällen sehr ähnlich, das Racket besteht aus einem Kunststoff, ist solide und somit nicht bespannt. Gezählt wird wie beim Tennis, gespielt wird auf zwei gewonnene Sätze. Im Vergleich zum Tennis ist der Aufschlag von unten und die Wände können - ähnlich dem Squash - miteinbezogen werden.

Wo kann ich Padel ausprobieren?

In Österreich hat man (noch) nicht viele Auswahl-Möglichkeiten. Neben einem schon länger bestehenden Court in Graz gibt es seit Juli gegenüber des Wiener Stadionbades eine hochmoderne Anlage mit drei Plätzen. "Die Sportunion Wien hat in den letzten Jahren verstärkt versucht Rand- und Trendsportraten in ihrer Entwicklung zu unterstützen", erläutert Gerd Bischofter die Entscheidung, um 90.000 Euro drei Courts zu bauen. "Mit Know How Unterstützung des Präsidenten des Österreichischen Padel Verbandes (Michael Reinthaler), der bereits seit 1995 existiert, konnten die technischen Details abgeklärt und die Errichtung realisiert werden."


Warum Padel und nicht Tennis?

Unkompliziert: Wer ein wenig Ballgefühl mitbringt, erlernt den Sport sehr schnell. Padel ist deshalb ideal für Kinder, Familien und auch ältere Menschen, die gerne etwas Neues ausprobieren wollen.

Kommunikativ: Da auf engem Raum Zwei gegen Zwei gespielt wird, entstehen zwangsläufig viele Möglichkeiten zur Interaktion. Der ideale Sport also

Herausfordernd: Trotz der Simplizität bietet Padel unendliche Möglichkeiten zur Verbesserung. Leistungssportler können sich im Ranglisten-System mit den Besten Österreichs und der ganzen Welt messen.

Schnell: Im Gegensatz zu Tennis muss man keine weiten Wege gehen, um den Ball zu suchen, da dieser (meistens zumindest) immer im Feld bleibt. Es kann daher quasi ununterbrochen gespielt werden.

Padel-Tennis
© imago/GlobalImagens Das Padel-Feld ist eng dimensioniert

Preiswert: Mit einem Schläger, der nicht extra bespannt werden muss, und ein paar Bällen kann man bereits an den Start gehen. Die Kosten hierfür liegen auf Tennis-Niveau, ebenso die Ausgaben für die Platzreservierung. Mit einem Vorteil: Es kann alles durch vier dividiert werden.

Wetterresistent: Während man beim Tennis in die Halle ausweichen muss, sobald es zu regnen beginnt, lässt sich Padel auch bei schlechteren äußeren Bedingungen spielen. "Der Spielbetrieb ist bis in den November möglich", weiß Christoph Krenn.

Spaßig: Der wohl wichtigste, aber auch schwer zu erklärende Punkt. Padel macht schlicht und einfach Spaß. Warum? Am besten selbst einmal ausprobieren.

Padel-Schnuppertag
© Christoph Krenn Beim Padel ist Spaß garantiert

Wann kann ich loslegen?

Die Saison auf der größten Padel-Anlage Österreichs läuft von April bis Oktober. Sofern es das Wetter zulässt, kann aber auch außerhalb der Regelzeiten gespielt werden. Einzige Voraussetzung: Eine Saison-Mitgliedschaft. Alle Infos hiezu finden Sie hier . Für etwaige weitere Fragen am besten direkt an office@padel-beachsport.at wenden!

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