"trend": Steirische Firma Pankl dementiert Gegengeschäfte rund um Eurofighter-Kauf

Pierer: Geschäftsaufträge haben nichts damit zu tun Nun schlechte Karten für Bartenstein im U-Ausschuss

Ausgerechnet einer der bislang prominentesten, angeblichen Profiteure der Gegengeschäftsvereinbarung rund um den Eurofighter-Kauf, die steirische Firma Pankl, dementiert plötzlich jede inhaltlichen Zusammenhänge zwischen Geschäftsentwicklung und den Eurofightern, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner aktuellen Ausgabe. Vor kurzem hat KTM-Boss Stefan Pierer die Mehrheit des steirischen Motorkomponentenfertigers übernommen. Seine Erkenntnis, nach dem Einblick in alle Firmenunterlagen: "Mir ist unklar, wie wir auf die Liste der Gegengeschäftsprofiteure kommen. Ich konnte bisher kein Geschäft finden, das aufgrund des Eurofighters zustande gekommen wäre."

Peinlich für Wirtschaftsminister Martin Bartenstein: Das Dementi kommt für ihn zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, werden doch eben jetzt die Gegengeschäfte vom Eurofighter-U-Ausschuss unter die Lupe genommen. Pankl musste neben dem Oberösterreichischen Flugzeugzulieferer FACC von Hannes Androsch immer als Muster für die - vom Jet-Deal rechtlich unabhängigen - Gegengeschäftsvereinbarung herhalten. Das von den Offsets umfasste Geschäftsvolumen bei Pankl sollte in Summe immerhin 35 Millionen Euro ausmachen.

Im Büro des Wirtschaftsministers wird die Nennung von Pankl verteidigt, zitiert der "trend" einen Sprecher: "Wir führen nur solche Firmen an, die mit einem Schreiben bestätigen, dass das betreffende Geschäft den Gegengeschäften zuzurechnen ist". Wenn Pankl nun einen Rückzieher mache, dann könne das nur zwei Gründe haben: "Entweder das jetzige Dementi ist ein Missverständnis. Oder die damaligen Angaben waren falsch - dann kann das rechtliche Konsequenzen haben."

Prinzipiell, so Pierer, sei die Gegengeschäftsliste des Wirtschaftsministeriums äußerst hinterfragenswürdig: "Es sieht so aus, als hätte man einfach alle Firmen zusammengezählt, die in Österreich etwas mit Luftfahrt zu tun haben." Offiziell wurden bisher (bis inklusive 2005) Gegengeschäfte im Wert von 887,6 Millionen Euro anerkannt. EADS hat noch 12 Jahre Zeit für den Rest (auf vier Milliarden Euro), die nächste Tranche (für 2006) muss bis Ende Mai 2007 vorgelegt und bis nach dem Sommer vom Wirtschaftsministerium abgerechnet werden.

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