Trauriges Jubiläum am heurigen Life Ball:
Vor 30 Jahren wurde der HI-Virus entdeckt

In Österreich gibt es konstant etwa 9.000 Infizierte Bis heute weltweit mehr als 25 Millionen Todesopfer

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30 Jahre nach der Entdeckung des HI-Virus versucht der Life Ball weiter Geld zur Bekämpfung der Krankheit zu sammeln und gesellschaftspolitische Veränderungen zu bewirken. Passend zum heurigen Life Ball-Motto erklärte Organisator Gery Keszler: "Wie Luft ist der HI-Virus unsichtbar, trotzdem ist beides genauso wie die Ausgrenzung vorhanden." Die Zahl der etwa 9.000 österreichischen Erkrankten hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.

Neben den bereits bestehenden nationalen und internationalen Projekten, die der Life Ball mit seinem Gewinn unterstützt, liegt im heurigen Jahr ein starker Fokus auf Osteuropa. "In der Ukraine und Russland gibt es ein extremes Ansteigen an Neuinfektionen", betonte Keszler. Weltweit seien mehr als 33,3 Millionen Menschen von der Immunschwäche betroffen.

HI-Virus wurde 1981 entdeckt
Offiziell wurde das HI-Virus 1981 entdeckt. "Man war sehr fokussiert auf die homosexuelle Gemeinschaft und hatte keine Idee, was das Krankheitsbild damals auslöste", erklärte die Medizinerin Brigitte Schmied vom Otto-Wagner-Spital. Heute ist bekannt, dass der Erreger ursprünglich Anfang des 20. Jahrhunderts von Schimpansen in Zentralafrika auf den Menschen übergesprungen ist.

Mit der Etablierung der Kombinationstherapie konnte die Mortalitätsrate um fast 90 Prozent gesenkt werden. Die Lebenserwartung bei richtiger Behandlung liege so annähernd bei jener der Durchschnittsbevölkerung. "In den 1990er-Jahren kostete die Therapie eines Patienten pro Monat 20.000 Schilling", erinnerte sich Keszler. Heute würden die Medikamente nur noch einen verschwindend kleinen Bruchteil davon ausmachen. "Jeder Drink am Life Ball ist teurer als die Behandlung eines Kindes einen Monat lang", sagte der Life Ball-Organisator.

Life Ball als internationale Plattform
"Obwohl es schon gewaltige Fortschritte gegeben hat, sind wir immer noch auf Unterstützung angewiesen ", erklärte Mariangela Bavicchi-Lerner von UNAIDS. Neben den medizinischen Aspekten müsse auch weiterhin das Stigma der Krankheit abgebaut und auf Diskriminierung aufmerksam gemacht werden. "Dafür bietet der Life Ball in wunderbarer Weise eine internationale Plattform", so Bavicchi-Lerner.

(apa/red)