Traunbrücke von

Erfolgreiche Sprengung

180 Kilo Sprengstoff, 900 Bohrlöcher und 20 Zündkreise bringen Bauwerk zum Einsturz

Traunbrücke - Erfolgreiche Sprengung © Bild: APA/ASFINAG

Der zweite Teil der 50 Jahre alten Traunbrücke im Bezirk Gmunden in Oberösterreich ist am Samstagabend wie geplant und ohne Zwischenfälle gesprengt worden. 180 Kilogramm Sprengstoff in insgesamt 900 Bohrlöchern, die in 20 Zündkreisen geschaltet wurden, sorgten für den kontrollierten Kollaps des Stahlbetonbauwerks. Zahlreiche Schaulustige ließen sich trotz klirrender Kälte das Spektakel nicht nehmen und beobachteten, wie tonnenschwere Beton-Brocken 25 Meter in die Tiefe in den Fluss stürzten.

Um 18.00 Uhr blitzen die Sprengladungen an den Trägern auf, erst kurz darauf hörte man den Knall der Detonationen. Augenzeugen sprachen von einem "Mini-Tsunami", der sich in der Traun ausbreitete, als das Betonbauwerk auf das Wasser auftrafen. Etwa einen halben Meter schlugen die Wellen an das Ufer nach der Sprengung.

Teil der Westautobahn-Sanierung
Der Verkehr in Fahrtrichtung Salzburg wurde am Samstag bereits ab 17.00 Uhr in Vorchdorf von der Autobahn abgeleitet und über Gmunden nach Regau geführt. Reisende nach Wien wurden über Gmunden und Vorchdorf von der Totalsperre weggeleitet. Die Sprengung war Teil der Sanierung der gesamten Westautobahn auf oberösterreichischem Gebiet. 2012 soll diese abgeschlossen sein. Darunter fiel auch die Generalerneuerung und Verbreiterung der Traunbrücke.

Bereits Anfang August 2010 war der erste Teil der Brücke gesprengt worden. Vom derzeitigen Querschnitt von 11,50 Meter soll die neu gebaute Überführung schließlich 12,75 Meter breit werden. Grund für die Verbreiterung sei das gestiegene Verkehrsaufkommen, wie der oberösterreichische Bau-Landesrat Franz Hiesl (V) in einer Pressekonferenz Ende Juni 2010 bekanntgab. In Spitzenzeiten hätten zuletzt 60.000 Fahrzeuge pro Tag die Brücke überquert. Insgesamt werde der Neubau 13,1 Millionen Euro kosten, so die Asfinag in einer Presseaussendung am Samstag. 17.000 Kubikmeter Beton und 1,5 Tonnen Stahl seien an Baumaterial notwendig.

Neue Anschlussstellen
Mit der Sanierung der Westautobahn werden künftig auch die Anschlussstellen Steyrermühl und Lindach im Bezirk Gmunden umbenannt werden. Aus Lindach wird ab Mitte 2012 Laakirchen Ost, Steyrermühl wird dann Laakirchen West heißen. Die Umbenennung wurde auf Wunsch von Laakirchen durchgeführt, die 2007 zur Stadtgemeinde erhoben wurde. Für die neuen Namen sollen der Stadt 7.000 Euro für die neue Beschilderung in Rechnung gestellt werden.