Trauer in der Filmszene: Österreichischer Regisseur Georg Tressler ist verstorben

89-Jährige inszenierte u.a. "Die Halbstarken" Tressler prägte Profil des Nachkriegs-Films

Der österreichische Regisseur Georg Tressler ist tot. Er sei im Alter von 89 Jahren in der Nacht zum vergangenen Samstag im Kreis seiner Familie im sächsischen Belgern gestorben, sagte Tresslers Frau.

Der gebürtige Wiener wurde in den 50er Jahren durch Filme wie "Die Halbstarken", "Endstation Liebe" und "Das Totenschiff" bekannt, in denen jeweils Horst Buchholz die Hauptrolle spielte.

Tressler hat in den Nachkriegsjahrzehnten wesentlich zum Profil des österreichischen und des deutschsprachigen Films beigetragen. Der am 25. Jänner 1917 als Hans Georg Karl Philipp Tressler geborene Sohn von Burgschauspieler Otto Tressler und Eleonore Keil von Bündten war 1938 nach Berlin gegangen, wo er als Regievolontär und in kleineren Rollen beim Film mitwirkte. 1940 musste er Kriegsdienst leisten, wurde jedoch wegen Krankheit beurlaubt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er wieder kleinere Filmrollen und inszenierte ab 1947 Kurzfilme für den Marshallplan.

Erst mit dem Umzug nach Berlin 1956 kam seine Karriere richtig in Schwung, sein Film "Die Halbstarken" mit Horst Buchholz wurde im gleichen Jahr zu einem großen Erfolg. Tressler bekam dafür den deutschen Bundesfilmpreis. Für den Beethoven-Film "Schicksalssymphonie" arbeitete er Ende der 50er Jahre mit Walt Disney zusammen. Der Versuch, in Hollywood Fuß zu fassen, schlug jedoch fehl. Seit 1962 arbeitete er regelmäßig für das Fernsehen. 1998 erhielt Tressler den Goldenen Verdienstorden der Stadt Wien. Er war mit Gudrun Krüger verheiratet und Vater zweier Kinder.

(apa/red)