Transfer von

Mesut Özil ist ein Gunner

Arsene Wenger blättert 50 Millionen Euro Ablöse für den Real-Regisseur auf den Tisch

Mesut Özil © Bild: Getty/AFP/Julien

Der Wechsel des deutschen Nationalspielers Mesut Özil von Spaniens Rekordmeister Real Madrid zum englischen Topclub Arsenal ist perfekt. Das bestätigten die "Gunners" am Montagabend kurz vor Mitternacht. Der 24-jährige Mittelfeldspieler unterzeichnete beim Team von Coach Arsene Wenger einen Vertrag über mehrere Jahre und zu einer Vereinsrekord-Ablösesumme.

Englischen Medienberichten zufolge soll der Londoner Club, der schon lange am DFB-Kicker Interesse gezeigt hatte, etwa 50 Millionen Euro für Özil überweisen. "Wir sind sehr froh, er ist ein großartiger Spieler, der alle Attribute hat, die ich von einem Arsenal-Spieler erwarte", sagte ein zufriedener Wenger. Özil machte für Real 159 Spiele in drei Jahren, zuvor hatte er auch für Schalke 04 sowie Werder Bremen in der deutschen Bundesliga gespielt.

"Ich kann es kaum erwarten in der Premier League zu spielen. Es ist großartig für meine Entwicklung als Spieler", blickte der 47-fache DFB-Teamspieler seinem Gastspiel in England mit Vorfreude entgegen. "Ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit mit Arsene Wenger. Ich möchte das Vertrauen, das mir der Trainer entgegenbringt rechtfertigen", ergänzte Deutschlands nun teuerster Fußballer.

Die englische Premier League hat zum Schluss des Transferfensters überhaupt die dicksten Schlagzeilen geschrieben. Neben Arsenal öffneten auch einige Konkurrenten in der Premier League noch einmal weit die Geldbörse. An erster Stelle sollte da Manchester United genannt sein.

Fellaini zu Manchester United

Marouane Fellaini
© imago/Sportimage Der Belgier Marouane Fellaini soll der Abwehr von Manchester United Stabilität verleihen.

Englands Rekordmeister kaufte den 25-jährigen belgischen Nationalspieler Marouane Fellaini aus seinem bis 2016 gelaufenen Vertrag bei Everton um 32,44 Mio. Euro heraus. Damit ist er in dieser Transferperiode der neunt-teuerste Einkauf der Premier League. "Er ist ein Spieler mit großen Fähigkeiten", sagte ManU-Coach David Moyes. Er hatte den Mittelfeldspieler 2008 nach Liverpool gelotst. "Ich glaube, er kann in unserem Team einen wirklichen Unterschied machen."

ManU lieh zudem Fabio Coentrao von Real Madrid aus, nachdem ein Wechsel von Leighton Baines von Everton sowie von Mittelfeldspieler Ander Herrera von Athletic Bilbao nicht zustande gekommen war. Um den Herrera-Deal hatte es noch einige Aufregung gegeben. Drei letztlich als Betrüger entlarvte Männer waren in Spanien als Vertreter von Manchester United in Verhandlung getreten. Sie hatten umgerechnet 36 Mio. Euro geboten, ehe der Betrug aufflog.

Everton holt Trio

Everton holte ein Trio. Stürmer Romelu Lukaku wurde von Chelsea ausgeliehen. Der 22-Jährige belgische Teamspieler hatte am Freitag im Supercup-Finale gegen Bayern München den entscheidenden Elfmeter verschossen. Außerdem lieh Everton Mittelfeldspieler Gareth Barry von Manchester City aus. Fix von Wigan Athletic für 16 Millionen Euro nach Liverpool wechselte James McCarthy. Er steht in Irlands Kader für die WM-Qualifikation gegen Schweden und Österreich.

Kranjcar geht in die zweite Liga

Mit den Queens Park Rangers schlug auch ein Zweitligist vor Mitternacht dreimal zu, jeweils auf Leihbasis. Unter dem Trio ist mit Niko Kranjcar ein kurzzeitiger Dynamo-Kiew-Teamkollege von Österreichs Teamspieler Aleksandar Dragovic. QPR-Coach Harry Redknapp arbeitet nun schon beim dritten Club mit dem Kroaten zusammen. Mit dem 29-jährigen Kranjcar kamen von Tottenham Kamerun-Verteidiger Benoit Assou-Ekotto und Englands U21-Mittelfeldspieler Tom Caroll.

Bei Sunderland ließ Coach Paolo di Canio seine Beziehungen nach Italien spielen, indem er sich für die Transfers seiner Landsleute Fabio Borini von Liverpool und Andrea Dossena von Napoli einsetzte. Sunderland hat in der abgelaufenen Transferperiode damit 13 Spieler geholt. Eine bemerkenswerte Zahl an Verkäufen hatte VfL Wolfsburg. Nach der Abgabe von nicht weniger als 22 Akteuren zählt der Kader des deutschen Bundesligisten aber immer noch 24 Spieler.

Marseille holt U20-Weltmeister

Erwähnenswert ist auch noch ein Transfer innerhalb Frankreichs. Der Arbeitgeber von Florian Thauvin für laut Kontrakt fünf Jahre heißt nun Olympique Marseille. Lille erhält dafür 15 Millionen Euro. Mit Thauvin ist ein weiterer U20-Weltmeister gekommen, nämlich Mario Lemina von Lorient. Thauvin war im Frühjahr an Bastia verliehen gewesen. Nach seiner Rückkehr zu Lille trainierte er zuletzt nicht mit, um den von ihm angestrebten Wechsel zu Marseille zu "erzwingen".

Real Madrid gab am meisten aus

Am meisten gab im Sommer aber kein Premier-League-Club aus, sondern Real Madrid. Die Madrilenen kamen auf rund 180 Millionen Euro, wobei allein der Rekordtransfer von Waliser Gareth Bale für 100 Millionen Euro steht. Da konnte selbst das vom russischen Oligarchen Dimitri Rybolowlew gestützte AS Monaco nicht ganz mithalten. Die Monegassen kamen auf 170 Millionen Euro. 60 Mio. Euro davon wurden für den kolumbianischen Goalgetter Radamel Falcao ausgegeben.


Die fünf teuersten Spielertransfers in diesem Sommer:
Summe in Mio. Euro-vonzu
100Gareth BaleTottenham HotspurReal Madrid
64Edinson CavaniSSC NapoliParis St. Germain
60Radamel FalcaoAtletico MadridAS Monaco
57NeymarFC SantosFC Barcelona
50Mesut ÖzilReal MadridFC Arsenal

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