Fakten von

Austria not very good

Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen.

Private Bilder aus Traiskirchen © Bild: Thomas Reitmayer, Judith Moser

Eine Lösung für das völlig überfüllte Flüchtlingslager Traiskirchen ist noch nicht in Sicht. Spätestens seit dem offiziellen Bericht von Amnesty International steht fest, dass die Zustände dort unmenschlich sind. Der Wiener Künstler Thomas Reitmayer hat die Situation im Erstaufnahmezentrum hautnah miterlebt und daraufhin seinen persönlichen Erfahrungsbericht verfasst:

THEMEN:

Traiskirchen ist ein kleines Kaff zwanzig Kilometer von Wien entfernt, gleich hinter der Shopping City Süd, nicht sehr auffällig. Als meine Frau und ich hinfahren, wirkt es besonders verschlafen, brav, bieder, sauber. Gleich nach der Ortseinfahrt ist eine Tankstelle, ein paar Gasthäuser. Ein paar hundert Meter weiter sieht man die ersten Flüchtlinge in kleinen Gruppen herumspazieren.

Niemand ist laut, im Gegenteil, es herrscht eine Mischung aus Höflichkeit und Lethargie. Langweile kann so unglaublich an den Nerven zehren. Einmal noch um die Ecke fahren, und dann kommt der erste Schock wie ein Faustschlag: Menschen sitzen in der prallen Hitze am Gehsteig mit Plastiksackerln und dem, was sie am Leib tragen. Mir schnürt es den Hals zu und die Tränen steigen hoch.