Trainerwechsel bei Italien nun vollzogen:
Lippi folgt seinem Vorgänger Donadoni nach

Erstes Match für neuen alten Coach gegen Österreich Bisheriger Teamchef lehnte freiwilligen Rücktritt ab

Trainerwechsel bei Italien nun vollzogen:
Lippi folgt seinem Vorgänger Donadoni nach © Bild: Reuters/Josek

Der erwartete Trainerwechsel bei der italienischen Fußball-Nationalmannschaft ist vollzogen worden. Nach dem Ausscheiden des Weltmeisters im EURO-2008-Viertelfinale gegen Spanien musste Roberto Donadoni dem Weltmeister-Coach Marcello Lippi Platz machen. Lippis erstes Match in seiner zweiten Teamchef-Ära wird am 20. August das Freundschaftsspiel in Nizza gegen Österreich sein.

"Ich bin sehr, sehr glücklich und sehr, sehr motiviert", sagte der 60-Jährige, der in Kürze offiziell vorgestellt wird und einen Vertrag bis 2010 unterschreiben soll. Lippi hatte die Squadra Azzurra 2006 zum WM-Triumph geführt und war danach zurückgetreten. Nun avanciert Lippi, der seitdem nicht mehr als Trainer gearbeitet hatte, zum Nachfolger seines damaligen Nachfolgers.

Der italienische Verband FIGC trennte sich in Rom ohne Abfindungszahlung von Donadoni, dessen knapp zweijährige Amtszeit mit dem Match im Wiener Happel-Stadion zu Ende gegangen ist. Donadonis Vertrag war vor der EURO bis 2010 verlängert worden. Allerdings beinhaltete er die Klausel, dass der Coach im Falle eines Scheiterns vor dem Halbfinale entlassen werden kann.

Donadoni verweigert Rücktritt
"Mir tut es leid, dass ein verschossener Elfmeter dazu geführt hat. Wir haben zwei Jahre positiv gespielt, ein Match kann das nicht auslöschen", sagte Donadoni. Obwohl ihm vom ersten Tag an der Rückhalt bei den Fans, den Medien und dem Verband gefehlt hatte, trat der 44-Jährige vorerst einmal nicht nach. "Es war ein tolles Erlebnis, ich würde es genauso wieder machen", so der ehemalige AC-Milan-Star, der einen freiwilligen Rücktritt abgelehnt hatte, da "er sich nichts vorzuwerfen hat". Donadoni kam in seinen 23 Spielen zu 13 Siegen, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen.

Nach dem Gespräch mit Donadoni in Rom betonte Verbandsboss Giancarlo Abete seine "persönliche Wertschätzung" für den Trainer, der das Team "engagiert und kompetent" geführt habe. Nun soll Lippi Italien in Südafrika 2010 zur Titelverteidigung führen. Die Rückkehr auf den Stuhl des "Commissario Tecnico" war für den weißhaarigen Trainerstar eine Herzensangelegenheit. Dafür verzichtet der ehemalige Coach von Juventus Turin, der fünfmal italienischer Meister wurde und einmal die Champions League gewann, auf viel Geld.

Wie die "La Gazzetta dello Sport" berichtete, begnügt sich der Trainerstar sogar mit einem für ihn bescheidenen Jahresgehalt von 1,2 Millionen Euro. Dieselbe Summe, die bisher der frühere Milan-Star Donadoni erhalten haben soll.

Lippi lehnte beste Angebote ab
In den vergangenen zwei Jahren lehnte Lippi höchst lukrative Angebote aus Spanien, England und Italien ab. "Für mich kommt nur noch ein Trainerjob bei Juve oder bei der Nationalelf in Frage", hatte Lippi wenige Wochen vor der EM gesagt und damit Donadoni vielleicht endgültig zum Abschuss freigegeben. Dass dies keine feine Art war, wollte Donadoni nicht kommentieren: "Ich möchte nicht stillos sein." (apa/red)

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