Tragödie auf kambodschanischer Brücke:
347 Menschen kamen bei Massenpanik um

Unglücksursache war schwankende Hängebrücke Premier: "Größte Tragödie seit den Roten Khmer"

Tragödie auf kambodschanischer Brücke:
347 Menschen kamen bei Massenpanik um © Bild: APA/EPA

Die Massenpanik während des traditionellen Wasserfestes in Kambodscha hat nach Regierungsangaben 347 Personen das Leben gekostet. Ursache für das Unglück war einem Bericht zufolge eine schwankende Hängebrücke.

Das kambodschanische Fernsehen berichtete unter Berufung auf eine vorläufige offizielle Untersuchung, die Bewegung der Hängebrücke habe einige der Festbesucher in der Hauptstadt Phnom Penh in Panik versetzt. So sollen zum Zeitpunkt des Unglücks am Montag viele Besucher vom Lande auf der Brücke gewesen sein, denen nicht klar gewesen sei, dass das Schwanken für eine Hängebrücke normal sei. In der Angst, die Brücke könnte einstürzen, hätten die Menschen die Flucht ergriffen, berichtete der Fernsehsender Bayon TV, ein Sprachrohr der Regierung.

Viele Opfer wurden totgetrampelt oder fielen in den Fluss Bassac. Schätzungsweise zwei Millionen Menschen sollen sich zum Wasserfest in der Hauptstadt aufgehalten haben. Ministerpräsident Hun Sen bezeichnete die Massenpanik als "die größte Tragödie" in dem südostasiatischen Land seit dem Ende der Gewaltherrschaft der Roten Khmer und erklärte den 25. November zum nationalen Trauertag.

Zeugen hatten bereits nach dem Unglück die Behörden kritisiert, weil diese trotz der Besuchermassen eine zweite Brücke gesperrt hätten und dadurch den Stau auf der Hängebrücke mit verursacht haben sollen. Die Ermittler - zu denen auch Kabinettsmitglieder und Vertreter der Stadt gehörten - sagten, die Panik sei dadurch verschärft worden, dass die Leute so dicht gedrängt gewesen seien, dass sie nicht mehr richtig Luft bekommen hätten. So sollen sich zwischen 7.000 und 8.000 Menschen auf der Brücke befunden haben.

(apa/red)