Tragischer Zwischenfall überschattet Fest: Paar ertrank nach Sprung von einer Brücke

24. Donauinselfest verlief ansonsten äußerst friedlich Insgesamt besuchten über 2,6 Mio. Menschen Event

Das Wiener Donauinselfest ist mit einem schlimmen Vorfall zu Ende gegangen: Ein 31 Jahre alter Mann und ein 17-jähriges Mädchen sind von der Brigittenauer Brücke in die Neue Donau gesprungen und dabei ums Leben gekommen. Die Leichen wurden aus einer Tiefe von viereineinhalb Metern geborgen.

Die Einsatzkräfte waren von Passanten verständigt worden, die gesehen hatten, wie die beiden jungen Leute in die Neue Donau gesprungen waren. Was die junge Frau aus Wien-Liesing und ihren Begleiter dazu bewog, ist nicht bekannt. "Es kann sich ebenso um eine missglückte Mutprobe handeln wie um Selbstmord. Wir wissen es derzeit einfach nicht", hieß es seitens der Polizei.

2,6 Millionen Besucher
Insgesamt wurden an den drei Festtagen 2,6 Mio. Besucher gezählt, am Sonntag waren es 800.000. Das berichtete der Landesparteisekretär der Wiener SPÖ und "Vater" des Inselfestes, Harry Kopietz.

Zu den Highlights auf der FM4-Bühne zählten unter anderem Binder & Kriegelstein, das Shantel & Bucovina Club Orkestar und Gogol Bordello. Beim Ö1-Kulturzeltes sorgte das von Freitag auf heute verschobene Konzert von Hubert von Goisern im Rahmen seiner "Linz - Europa- Tour 2007-2009" für einen enormen Publikumsandrang. Er spielte mit Freunden am wohl ungewöhnlichstem Inselfest-Ort: Auf seinem zur Bühne umfunktionierten Schiff.

"Wir wollen morgen in der Zeitung lesen, dass der letzte Tag der beste war", lautete der Wunsch der Silbermond-Sängerin Stefanie, die mit ihrer Band der viel umjubelte Hauptact auf der Ö3-Bühne war. Auf der großen Festbühne gab die italienische Rockröhre Gianna Nannini ihre Hits zum Besten, die Radio Arabella-ega-Bühne lockte mit einem Superstar aus dem Bereich Schlager, nämlich mit Claudia Jung.

Inselchef erfreut über Ansturm
"Ich bin überwältigt über den Publikumszustrom", zeigte sich Inselchef Harry Kopietz erfreut. Die Freude galt auch dem friedlichen Verlauf: Laut dem Einsatzleiter des Arbeiter-Samariter-Bundes, Erwin Scheidl, war der heutige Tag mit etwa 100 Hilfeleistungen außerordentlich ruhig. Insgesamt verzeichnete der ASB an allen drei Festtagen rund 800 Hilfeleistungen. Das Spektrum reichte von der Versorgung von Schnittwunden bis zur Behandlung nach übermäßigem Alkoholgenuss. Auch die Polizei sprach von einem "unspektakulären Tag".

Im Vorjahr waren mehr als 1.300 Einsätze des ASB registriert worden. Der Großteil der Patienten konnten an den elf Erste-Hilfe-Standorten auf der Donauinsel versorgt werden, 80 Patienten mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Rasches Handeln erforderte die Bruchlandung eines Heißluftballons auf der Donauinsel. Dabei wurde eine Person leicht verletzt. Sie wurde ambulant versorgt.

(apa/red)