Tragischer Tod Jörg Haiders: Kärntner Landeshauptmann verstirbt bei Autounfall

Krachte mit ungeheurer Wucht in einen Betonpfeiler<br>Schwerste Verletzungen: Ohne Überlebenschance Für Verstorbenen ist "Landesbegräbnis" vorgesehen

Tragischer Tod Jörg Haiders: Kärntner Landeshauptmann verstirbt bei Autounfall © Bild: APA/Barbara Gindl

Der Unfalltod des Kärntner Landeshauptmanns und Obmann des BZÖ Jörg Haider hat in ganz Österreich Bestürzung ausgelöst. In Kärnten herrschte kollektive Trauer. Freunde und Weggefährten, Kollegen sowie politische Gegner aus ganz Österreich kondolierten. Haider (58) erlag in der Nacht auf Samstag schwersten multiplen Verletzungen als Folge eines Autounfalls auf der Loiblpass-Bundesstraße südlich von Klagenfurt. Sein Auto war ins Schleudern geraten, gegen einen Betonpfeiler geprallt und hatte sich mehrmals überschlagen. Er verstarb noch während des Transports in Landeskrankenhaus Klagenfurt. Eine Untersuchung ergab, dass Haider zum Zeitpunkt seines Unfalles mit 142 Stundenkilometern unterwegs gewesen war.

"Wir müssen jetzt alle zusammenstehen", appellierte Stefan Petzner, geschäftsführender Landesobmann des BZÖ und Haiders Stellvertreter in der Bundespartei, bei einer Pressekonferenz an Politiker, Bevölkerung und die eigene Partei. "Ich kann nicht begreifen, was geschehen ist", sagte er mit tränenerstickter Stimme. Haider sei ein Politiker gewesen, der Österreich bewegt habe und dessen Spuren sichtbar bleiben würden. Und er sei der beste Freund gewesen, den er je gehabt habe, so Petzner. "Er war mein Lebensmensch." Es gelte nun, sein politisches Erbe weiterzutragen, betonte Petzner. Bei der Sitzung der Landesparteileitung werde es aber "keine politischen Beschlüsse" geben, man werde um Haider trauern. Neuer Landeshauptmann wird nun zumindest vorübergehend Haiders Stellvertreter Gerhard Dörfler.

Unfall passierte auf Weg ins Bärental
Bei seinem Autounfall auf dem Weg zu seinem Wohnsitz im Bärental, wo an diesem Wochenende eine Feier zum 90. Geburtstag seiner Mutter anstand, hatte Haider offenbar keine Überlebenschance: Wie der medizinische Direktor des LKH Klagenfurt, Thomas Koperna, ausführte, hatte Haider, der angeschnallt war, schwerste Kopf- und Brustverletzungen erlitten. Koperna: "Weiters dürfte die Wirbelsäule gebrochen gewesen sein, zudem war der linke Arm fast völlig abgetrennt." Es habe noch den Funken einer Chance gegeben, sein Leben zu retten, daher habe man den Landeshauptmann ins LKH eingeliefert. Beim Eintreffen im Spital war er jedoch bereits tot.

Klagenfurts Polizeidirektor Ernst Friessnegger erläuterte den Unfallhergang: Der Landeshauptmann hatte auf der Loiblpass-Bundesstraße einen Pkw überholt und sich danach auf der stadtauswärts zweispurigen Straße wieder am rechten Fahrstreifen eingeordnet. Wenig später geriet er aus unbekannter Ursache ins Schleudern. Sein Auto, ein VW Phaeton, rammte ein Verkehrszeichen und einen Vorwegweiser, danach geriet es mit dem linken Vorderrad auf eine Böschung. Das Fahrzeug mähte eine Thujenhecke nieder, krachte danach gegen den Betonpfeiler eines Gartenzaunes und prallte gegen einen Hydranten. Danach überschlug sich das Auto mehrmals und kam im rechten Winkel zur Fahrtrichtung auf den Rädern zum Stillstand. Die Unfallspur zieht sich über rund 150 Meter bis zum Stillstandsort des Wracks.

"Landesbegräbnis" vorgesehen
Für Haider ist ein "Landesbegräbnis" vorgesehen. Der protokollarische Ablauf dabei ist nach Auskunft von Landesamtsdirektor Reinhard Sladko dem eines Staatsbegräbnisses ähnlich, "nur eben auf Landesebene". Wann die Beerdigung stattfinden wird, steht noch nicht fest. Jedenfalls werden aber die Wünsche der Familie Vorrang haben, sagte Sladko.

Sollten die Angehörigen ein öffentliches Begräbnis ablehnen, dann werde man diesem Wunsch entsprechen, meinte der Landesamtsdirektor. Auch eventuelle testamentarische Verfügungen Haiders würden selbstverständlich befolgt werden.

(apa/red)