Tragischer Auftritt von Pumper in Göteborg:
Österreicherin gab im 10.000 Meter-Lauf auf

Pumper fassunglos: "Bin den Heldentod gestorben" Daniel Spitzl im Vorlauf über 1.500 m ausgeschieden

Marathonläuferin Susanne Pumper hat ihre Rückkehr auf die Bahn bitter bezahlt. Die 35-jährige Wienerin gab am Eröffnungstag der 19. Leichtathletik-Europameisterschaften in Göteborg über 10.000 Meter nach 7,5 Kilometern auf. Gold in einem schnellen Rennen ging an die Russin Inga Abitowa in der persönlichen Bestleistung von 30:31,42 Minuten. Daniel Spitzl schied nach guter taktischer Leistung über 1.500 m als Gesamt-Zwölfter des Halbfinales aus.

Pumper begriff unmittelbar nach ihrem Ausstieg nicht recht, was da vor sich gegangen war: "Ich habe nichts mehr gesehen, keine Anzeigentafel, ich weiß auch nicht, wann genau ich aufgehört habe", meinte sie fassungslos. Den Entschluss, das Rennen nicht zu beenden ("Ich bin vorher noch nie ausgestiegen"), fasste sie, als sie überrundet wurde. "So wollte ich nicht ins Ziel laufen."

Pumper hatte sich spät zu einem EM-Start entschlossen, sie wollte in Hinblick auf den Berlin-Marathon einen guten 10.000-m-Test absolvieren. "Das war ja wohl nicht so ein guter Test", bemerkte sie entnervt. Das Rennen war von Beginn an extrem schnell. "Aber wenn das Feld rennt, kannst auch nicht hintenbleiben." Die Erkenntnis: "Wäre das mein Saisonhöhepunkt gewesen, wäre es ein Desaster. Ich bin den Heldentod gestorben. Ich habe es probiert, die 10.000 sind die einzige Strecke, die ich nicht geschafft habe", sagte die längst auf den Marathon umgestiegene Athletin.

Eine gute taktische Vorstellung für sich nicht zufriedenstellend beendet hat Daniel Spitzl. Der 23-Jährige wurde in seinem 1.500-m-Heat in 3:46,08 Minuten Zwölfter und war damit aber schneller als der Sieger des ersten Laufs, der Ukrainer Iwan Heschko. Auf Grund der Aufstiegsregel - Top Vier jedes Laufs plus die weiteren vier Zeitschnellsten - ist der Österreicher dennoch nicht im Finale der Top 12 mit dabei.

"Schade, das war der ideale Lauf, um ins Finale zu kommen, ich habe nichts daraus gemacht. Auf den letzten 100 Metern ist mir der Stoff ausgegangen", sagte Spitzl, der von einer "kleinen Rauferei" am Anfang berichtete. "Es ist so langsam angegangen, da ist alles beisammen, da passiert das schon", ließ er sich dadurch aber nicht verunsichern. "300 Meter vor dem Ziel habe ich dann aber schon gespürt, dass ich nicht mehr mithalten kann." Er will nun intensiv an seinen Spurtfähigkeiten arbeiten.

(apa/red)