Tragische Geschichte erfunden: Deutscher wollte den Selbstmord seiner Frau tarnen

Verzweifelter Ehemann täuschte daraufhin Unfall vor Wollte seiner Familie offenbar die Wahrheit ersparen

Drei Tage nach dem angeblichen Verschwinden einer Deutschen in Frankreich hat der Fall eine dramatische Wende genommen. Die französische Polizei hat den Ehemann der 60-Jährigen festgenommen. Er hatte angegeben, seine Frau sei bei einer Rast in Südfrankreich nicht zum Auto zurückgekehrt. Bei der Suche nach ihr sei er von einem Mann angegriffen worden. Die Geschichte ist offenbar erfunden.

Der Mann wollte nach Berichten des französischen Rundfunks verbergen, dass seine behinderte Frau am 4. Mai in ihrem Wohnort in Kaarst bei Düsseldorf Selbstmord begangen hatte. Er habe die Reise angetreten und das Szenario eines Überfalls erfunden, um gegenüber seinen Kindern und Enkeln den Selbstmord nicht zugeben zu müssen. Die Verletzungen, die ihm nach seiner früheren Aussage ein Unbekannter mit einem Messer zugefügt habe, habe er sich selbst beigebracht.

Die Frau hatte nach Angaben ihres Mannes einen Abschiedsbrief hinterlassen und gesagt, sie ertrage ihre Krankheit nicht mehr. Er habe sie gesucht und ihr Fahrrad am Ufer des Rheins gefunden.

Schwere Stichverletzungen
Der Ehemann war mit Verletzungen an Brust, Armen und Beinen in ein Krankenhaus in Arles eingeliefert worden. Das Paar hatte nach früheren Angaben des Mannes in der Nähe von Tarascon auf freier Strecke angehalten, weil die Frau austreten musste. Als sie nicht zurückgekommen sei, habe er sich auf die Suche gemacht. Dabei habe ihn ein Mann zwischen 40 und 50 Jahren mit einem Messer angegriffen. Dieser sei unerkannt entkommen.

Suchmannschaften hatten daraufhin die Rhone und ihre Ufer abgesucht und sogar einen Kanal trockengelegt. Spürhunde, Spezialboote und Hubschrauber wurden eingesetzt.

(apa/red)