Tränengaseinsatz der Polizei in Athen:
Lage in Griechenland weiter angespannt

Untersuchung soll nun Tod des 15-Jährigen aufklären BILDER: Zerstörte Schaufenster und Autos in Brand<br>PLUS: CNN-Videos zeigen überforderte Exekutive

Tränengaseinsatz der Polizei in Athen:
Lage in Griechenland weiter angespannt

In Griechenland ist ein Ende der Unruhen nach dem gewaltsamen Tod eines 15-Jährigen nicht in Sicht. Den sechsten Tag in Folge griffen Dutzende Randalierer die Polizei in Athen und anderen Städten des Landes an.

Studenten bewarfen 20 Polizeiwachen in Athen mit Steinen und Flaschen, warfen Autos um und blockierten Straßen. Vor der Universität im Zentrum Athens bewarfen Unbekannte am Rande einer Demonstration die Polizei mit Farbbeuteln und Feuerwerkskörpern. Nach anfänglicher Zurückhaltung der Ordnungshüter setzte die Polizei schließlich Tränengas ein, um die rund 200 Randalierer auseinander zu treiben.

Zu Ausschreitungen kam es auch rund um die Technische Universität der griechischen Hauptstadt. Rund 200 Autonome, die sich dort verbarrikadiert haben, lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Ein Mensch wurde verletzt, 28 wurden in Polizeigewahrsam genommen. In Piräus und in der Vorstadt Korydallos zündeten Schüler mehrere Mülltonnen an.

Tödlicher Treffen ein Querschläger?
Mit Spannung wird das Ergebnis der ballistischen Untersuchung der Kugel erwartet, die den 15-Jährigen am Samstag tötete. Die Kugel soll eine leichte Schramme aufweisen, was auf einen Querschläger und nicht auf einen direkten Schuss hinweisen könnte, hieß es in Medienberichten. Zuvor hatte der Rechtsanwalt des Polizisten, aus dessen Waffe der tödliche Schuss abgegeben worden war, erklärt, die Untersuchung der Kugel entlaste seinen Mandanten. Die Kugel sei ein Querschläger gewesen, sagte der Anwalt. Die Kugel wird in einem Speziallabor untersucht.

Es gab aber auch friedliche Proteste. Mehrere hundert Schüler und Studenten besetzten Kreuzungen in Athen und Vororten der griechischen Hauptstadt. Andere Schüler strömten zu den Rathäusern der Athener Vorstädte Agios Dimitrios und Iloupolis. "Wir wollen uns von den Chaoten distanzieren. Wir werfen keine Steine", sagte ein Schüler im Fernsehen.

(apa/red)