Tournee-Auftakt in Oberstdorf: Ahonen siegt vor Roar Ljökelsöy und Adam Malysz

Die Österreicher fallen im zweiten Durchgang zurück Höllwarth wird Fünfter, Morgenstern 11., Loitzl nur 18.

Janne Ahonen hat seinen unglaublichen Erfolgslauf in dieser WM-Saison auch zum Auftakt der 53. Vierschanzen-Tournee fortgesetzt. Der 27-jährige Finne gewann in Oberstdorf beim ersten Flutlicht-Springen der Tournee-Geschichte in Oberstdorf mit 9,6 Zählern Vorsprung auf den Norweger Roar Ljökelsöy, der sich nach einem Gewaltsprung bei guten Bedingungen auf 140 m (Tageshöchstweite) vom 18. Zwischenrang auf Platz zwei nach vor schob. Dritter wurde der polnische Kuttin-Schützling Adam Malysz.

Die Tournee begann besinnlich: Mit einer Trauerminute für die zehntausenden Toten der Flutkatastrophe in Asien. Danach standen aber wieder Weiten, Haltungsnoten und K.o.-Duelle im Mittelpunkt. Auf der WM-Schanze herrschte meist Rückenwind, der bei sieben Springern Mitte des zweiten Durchgangs abflaute. Dies nützten neben Ljökelsöy u.a. auch der Deutsche Michael Uhrmann (von 14 auf 8) und der Russe Dmitrij Wassilijew (von 15 auf 10) zur Verbesserung ihrer Positionen.

Pointner hadert mit den Bedingungen
Vom ÖSV-Oktett, das in den WM-Ort gereist war, hatten sich nur sechs qualifiziert. Sogar nur drei schafften es in den zweiten Durchgang: Martin Höllwarth (4.), Thomas Morgenstern (5.) und Wolfgang Loitzl (7.) lagen in guter Ausgangsposition. "Aber dann ist im zweiten Durchgang wieder alles durcheinander gewürfelt worden. Der Beste hat gewonnen, aber die Bedingungen waren einfach unterschiedlich", so Cheftrainer Alex Pointner.

Höllwarth: "Habe umsetzen können, was ich mir vorgenommen habe"
Höllwarth konnte als Fünfter seine Position halbwegs halten. "Für mich waren die Verhältnisse im ersten und zweiten Durchgang gleich. Zwischendurch ist der Rückenwind abgeflaut, das hat Einigen geholfen. Damit müssen wir leben, wenn man das nötige Glück nicht hat, kommt nicht mehr raus. Mit meinen Sprüngen bin ich zufrieden, ich habe umsetzen können, was ich mir vorgenommen habe", meinte der 30-jährige Zillertaler.

Morgenstern gibt noch nicht auf
Auch Morgenstern, der auf Platz elf zurückfiel und etwas weniger als 30 Punkte Rückstand auf Leader Ahonen aufriss, blieb positiv: "Ich habe im zweiten Durchgang ziemlich wenig Geschwindigkeit mitgenommen über dem Vorbau und unten ist mir das Gas ausgegangen. Aber verloren ist noch nichts."

Widhölzl enttäuschte auf der ganzen Linie
Für Andreas Widhölzl, der sich schon am Vortag in Training und Qualifikation nicht auf die Schattenberg-Schanze hatte einstellen können, kam völlig überraschend schon im K.o.-Durchgang das Aus. Der 28-jährige Tiroler landete im österreichisch-deutschen Aufeinandertreffen mit dem Nachwuchsmann Kai Bracht nur bei 106,5 Metern und gewann damit nicht einmal das direkte Duell.

Widhölzl, der als einer von drei Österreichern in dieser Saison auf dem Podest gelandet war und zum erweiterten Favoritenkreis gezählt hatte, musste damit schon nach dem ersten Bewerbssprung alle Hoffnungen auf ein Spitzenresultat im Endklassement begraben. "Irgendetwas hat vom ersten Sprung an nicht gepasst. Ich muss es erst im Video analysieren. Es ist schade. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlecht läuft. Aber in eine Ecke verkriech' ich mich auch nicht deswegen", meinte der enttäuschte "Swider".

"Es war heute ein Wechselbad zwischen heiß und kalt. Bei Widhölzl haben wir zum ersten Mal seit der Technikumstellung eingreifen müssen", meinte Pointer, der es aber als Herausforderung sieht, dem Tiroler für die restlichen Springen wieder zu Topform zu verhelfen.

Goldberger in guter Gesellschaft - auch Martin Schmitt nicht unter Top 30
Auch für Andreas Goldberger und Balthasar Schneider kam schon im ersten Durchgang das Aus. Goldberger zu seinem 104,5-m-Hupfer: "Die neue Schanze liegt mir anscheinend nicht. Ich habe da noch keinen guten Sprung zusammengebracht. Das frustriert schon."

Bereits im ersten Durchgang ausgeschieden war u.a. auch der vierfache Ex-Weltmeister und dreifache Oberstdorf-Sieger Martin Schmitt, der sich aber schon seit längerer Zeit in der Krise befindet.

Ergebnisse Tournee-Auftakt Oberstdorf
1. Janne Ahonen FIN 268,4 (127,0/133,5)
2. Roar Ljökelsöy NOR 258,8 (116,0/140,0)
3. Adam Malysz POL 253,8 (124,5/129,0)
4. Daiki Ito JPN 247,5 (125,0/125,0)
5. Martin Höllwarth AUT 245,7 (123,0/126,0)
6. Matti Hautamäki FIN 244,5 (122,5/126,5)
7. Jernej Damjan SLO 243,1 (116,5/133,0)
8. Michael Uhrmann GER 242,7 (118,0/131,0)
9. Jakub Janda CZE 242,0 (120,0/127,5)
10. Dmitrij Wassilijew RUS 239,9 (117,5/130,5)
11. Thomas Morgenstern AUT 238,5 (123,0/122,0)
12. Risto Jussilainen FIN 238,1 (116,5/130,5)
13. Daniel Forfang NOR 236,8 (119,5/126,5)
14. Robert Mateja POL 235,1 (115,5/129,0)
15. Noriaki Kasai JPN 234,2 (121,0/123,0)
16. Michael Neumayer GER 229,7 (117,0/129,5)
17. Lars Bystöl NOR 228,6 (120,0/122,0)
18. Wolfgang Loitzl AUT 226,4 (122,0/118,5)
19. Maximilian Mechler GER 223,1 (118,5/121,0)
20. Tami Kiuru FIN 221,5 (117,5/120,0)
21. Georg Späth GER 216,5 (114,0/121,0)
22. Simon Ammann SUI 216,1 (115,0/119,5)
23. Tommy Ingebrigtsen NOR 211,8 (114,0/119,5)
24. Henning Stensrud NOR 205,0 (114,5/115,5)
25. Andreas Küttel SUI 204,7 (111,5/117,5)
26. Michael Möllinger SUI 201,6 (113,5/113,5)
27. Kai Bracht GER 173,4 (107,5/105,5)
28. Krystian Dlugopolski POL 170,5 (105,5/107,0)
29. Maxim Anisimow BLR 167,7 (102,0/109,5)
30. Stefan Pieper GER 161,9 (101,5/106,5)

nicht für das Finale qualifiziert u.a.: 31. Balthasar Schneider (AUT), 35. Andreas Widhölzl (AUT), 39. Andreas Goldberger (AUT), 49. Martin Schmitt (GER)

nicht für den Bewerb qualifiziert u.a.: Andreas Kofler, Florian Liegl (beide AUT), Sigurd Pettersen (NOR).