Tourismuswirtschaft atmet auf: Sonntags- Öffnung während Fußball-EM jetzt fixiert!

Gilt für Tourismuszonen der vier Austragungsstädte Wien: Öffnung in Mariahilferstraße noch nicht sicher

Der Wunsch der Tourismuswirtschaft nach ausgeweiteten Ladenöffnungszeiten während der Fußball-Europameisterschaft vom 7. bis 29. Juni 2008 ist erhört worden: Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten in den touristischen Zonen aller vier Spiel-Austragungsorte Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt sei fix, das sei mit den jeweiligen Landeshauptleuten akkordiert, berichtete der Obmann der Tourismussparte in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Hans Schenner, bei einer Pressekonferenz auf der Berliner Tourismusmesse ITB.

Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten - auch auf den Sonntag - sei bereits zugesagt, sagte Schenner. Ob in Wien die Geschäfte nur im ersten Bezirk oder auch auf der Mariahilferstraße außertourlich offenhalten dürfen, sei "noch nicht ganz fix" und obliege letztlich dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S). Eher werde es die Ausweitung aber nur im ersten Bezirk geben, glaubt Schenner.

Ob Österreich Fußball-Europameister werde, sei noch offen, die Alpenrepublik werde aber "auf jeden Fall touristisch mit der EURO 2008 gewinnen", betonte Schenner. Aus dem Sportevent erwarte man auch eine gewisse Nachhaltigkeit für den österreichischen Tourismus.

"Wir werden nicht die Veranstaltung, sondern Österreich als charmantestes Urlaubsland der Welt bewerben", bemerkte die Chefin der Österreich Werbung (ÖW), Petra Stolba. Heuer werde die ÖW 250 Marketing-Aktivitäten zur EURO 2008 durchführen, u.a. eine Roadshow in den neun wichtigen Herkunftsmärkten Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Großbritannien; Schweden, Tschechien, den Niederlanden und Belgien.

Die EURO 2008 biete Österreich und der Schweiz die Möglichkeit, als Standort für Tourismus und Wirtschaft Europameister zu werden, ergänzte auch der Direktor des Schweizer Tourismus, Jürg Schmid.

Der Bund hat für die ÖW ein Sonderbudget in Höhe von 6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 6 Mio. Euro sollten jene vier Bundesländer zur Verfügung stellen, in denen die EURO 2008 ausgetragen wird, hofft die ÖW.

Die Fußball-Europameisterschaft 2008, die in Österreich und der Schweiz ausgetragen wird, soll Österreich laut Berechnungen des Instituts für Höhere Studien (IHS) wie berichtet 1 Mio. zusätzliche Nächtigungen und 375 Mio. Euro an Wertschöpfung bringen. Zusätzlich werden Kaufkrafteffekte in Höhe von 250 Mio. Euro und 4.000 zusätzliche Jobs erwartet. 600.000 Fußballfreunde werden in den vier heimischen Stadien erwartet. Jeder von ihnen wird durchschnittlich 9,2 Tage in Österreich bleiben.

Einer Studie zufolge, die das Sportökonomieinstitut Sports Econ Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und des Österreichischen Fußballbunds (ÖFB) erstellt hat, wird die EURO 2008 mit 0,15 Prozent zum Wachstum des österreichischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) beitragen und kumuliert knapp 6.000 Vollzeit-Jobs schaffen. Die totale Wertschöpfungseffekte des Events liege bei 321 Mio. Euro, die Auswirkungen auf die Kaufkraft bei 263,4 Mio. Euro.

(apa/red)