Tourismus hofft auf Kunden aus Osteuropa:
Ernüchternde Österreich-Urlauber-Zahlen

Neue EU-Mitgliedsstaaten wurden bisher unterschätzt Nur 5,5 Prozent der Urlauber kommen aus dem Osten

Tourismus hofft auf Kunden aus Osteuropa:
Ernüchternde Österreich-Urlauber-Zahlen © Bild: APA/Franz Neumayr

Dass Osteuropa punkto Tourismus hierzulande als Zukunftsmarkt gilt, ist kein Geheimnis. Wie sehr jedoch noch "Luft nach oben" ist, zeigte eine in Wien präsentierte Studie. Demnach kommen lediglich 5,5 Prozent aller Österreich-Urlauber aus den ehemaligen Ostblock-Staaten. Zum Vergleich: Der Anteil der Deutschen beträgt 39,7 Prozent, jener der Österreicher 27,2.

Superreiche Russen, die in Scharen die österreichischen Skipisten und Nobeldiscos bevölkern - laut Julian Pötzl und Thomas Reisenzahn reine Klischees. Die beiden haben für Roland Berger Strategy Consultants sowie die Österreichische Hoteliervereinigung eine Untersuchung durchgeführt, die einige überraschende Ergebnisse lieferte.

Falsche Einschätzungen
So hätten etwa die heimischen Beherberger Rumänien und Bulgarien bisher falsch bzw. gar nicht eingeschätzt. Denn die beiden jüngsten EU-Mitglieder verzeichnen enorme Wachstumsraten in Sachen Tourismus. Doch kaum ein österreichischer Reiseveranstalter habe noch zarte Bande mit Anbietern dieser zwei Staaten geknüpft.

Am besten scheint die Alpenrepublik bei den Nachbarn aus Tschechien anzukommen - sie stellen mit 20,8 Prozent den höchsten Anteil der Touristen aus Osteuropa. Auf Platz zwei folgt Polen mit 15,5 Prozent und auf Rang drei landete Russland mit 11,8 Prozent. Dass insgesamt nur 5,5 Prozent aller Österreich-Urlauber aus den Ländern hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang stammen, mag verwundern.

Hohe Ausgaben
Noch interessanter ist hingegen, dass diese 5,5 Prozent für rund zwölf Prozent der Einnahmen verantwortlich zeichnen. Sprich: Sie geben durchschnittlich mehr als doppelt so viel aus wie Urlauber aus Deutschland, Niederlande Co.

"Wirtschaftliche Verflechtungen animieren den Tourismusmarkt", stellte Pötzl eine einfache Rechnung an. So sei es auch nicht verwunderlich, dass die Urlaubsdauer der Osteuropäer zunimmt, während die der Westeuropäer zurückgeht.
(apa/red)