Tour-Sieger Contador gewinnt auch Giro '08: Triumph des Spaniers schon bei 1. Antreten

Nach 21 Etappen ca. 2 Minuten vor Italiener Ricco Spanier darf Sieg bei Tour 2008 nicht verteidigen

Tour-Sieger Contador gewinnt auch Giro '08: Triumph des Spaniers schon bei 1. Antreten © Bild: Reuters/Garofalo

Der Spanier Alberto Contador, der seinen Gesamtsieg bei der Tour de France wegen der Nichteinladung seines neuen Teams Astana heuer nicht verteidigen darf, hat sich gleich bei seinem Debüt Rang eins im Giro d'Italia gesichert. Der 25-jährige Madrilene nützte nach einer in letzter Minute an Astana gegebenen Startzusage seine Chance, nach dem abschließenden Zeitfahren der 21. Etappe nach Mailand hatte er 1:57 Minuten Vorsprung auf den Italiener Riccardo Ricco und 2:54 auf dessen Landsmann und Saunier-Duval-Kollegen Marzio Bruseghin.

An den zwei Tagen zuvor hatte Contador auf schwierigen Bergetappen die attackierenden Ricco und Danilo di Luca, den Vorjahrssieger, knapp auf Distanz gehalten. In der Prüfung gegen die Uhr spielte der Schützling des früheren Armstrong-Teamchefs Johan Bruyneel seine Stärke aus und baute den Vorsprung von nur vier Sekunden auf Ricco deutlich aus.

Contador triumphierte im Giro trotz eines bei einem Sturz auf der achten Etappe erlittenen Bruchs des Speichenkopfes im linken Ellbogen. "Albertos Sieg ist das beste, was dem Team passieren konnte", freute sich sein Teamkollege Levi Leipheimer (USA), der sich in Italien ebenso wie Andreas Klöden (Aufgabe wegen Verkühlung) noch nicht in Topform befand. Zumindest einer dieser zwei starken Contador-Kollegen soll bei der Österreich-Rundfahrt ab 6. Juli antreten.

"Schwieriger als die Tour"
Contador hatte die Nachricht der Startzusage im Urlaub am Strand erhalten, und er überraschte so wie im Vorjahr in Frankreich. "Es ist ein kaum zu beschreibendes Gefühl, wenn ich die Leute am Straßenrand meinen Namen schreien hören. Der Giro ist eine große Rundfahrt und sicher mit den höheren Schwierigkeitsgraden als die diesjährige Tour", sagte Contador.

In den italienischen Alpen fuhr er nicht so dominierend wie ein Jahr zuvor in Frankreich gemeinsam mit dem Dänen Michael Rasmussen, steigerte sich aber im Verlauf, eroberte das Rosa Trikot auf der Marmolada (15. Etappe) und feierte auch ohne Etappenerfolg den Gesamtsieg. Nächste Ziele Contadors, der den zweiten spanischen Giro-Sieg nach Miguel Indurain 1993 einfuhr, sind Olympia in Peking und die Vuelta im September. Im Juli, wenn die Österreich-Tour rollt, hat er nach jüngsten Aussagen aus seinem Team rennfrei. (apa/red)