Tour de France von

Etappensieg für Greipel

Neuer Gesamtführender ist als erster Afrikaner der Tour-Geschichte Daryl Impey

Greipel als Tour-Etappensieger in Montpellier © Bild: Reuters/Pelisser

Der "Gorilla" trommelte sich auf die Brust. Andre Greipel hat am Donnerstag seinen ersten Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France eingefahren. Der kräftige Deutsche setzte sich auf der sechsten Etappe von Aix-en-Provence nach Montpellier im Massensprint souverän durch. Mit dem Südafrikaner Daryl Impey kletterte erstmals in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt ein Fahrer aus Afrika ins Gelbe Trikot.

Greipel ließ den Sprint-Assen nach 176,5 km auf der leicht ansteigenden Zielgeraden keine Chance. Der 30-Jährige setzte sich vor dem in der Punktewertung führenden Slowaken Peter Sagan, seinem Landsmann Marcel Kittel und Vortagessieger Mark Cavendish durch - und das eindrucksvoll. "Wir waren total fixiert auf diesen Sprint. Das Team war sehr stark und konzentriert", lobte Greipel seine Kollegen von Lotto-Belisol, die den Spurt vorbereitet hatten.

Sturz von Cavendish

Topfavorit Cavendish war 33 Kilometer vor dem Ziel gestürzt, im Finish danach chancenlos. Greipel dagegen jubelte nach dem fünften Tour-Etappensieg seiner Karriere ausgelassen. Nur Grund zur Freude hatte sein Rennstall aber nicht. Mit Jurgen van den Broeck musste der Co-Kapitän von Lotto-Belisol nach einem Sturz wegen Kniebeschwerden aufgeben. Der Belgier, 2010 Tour-Fünfter, war als Mann für die Gesamtwertung vorgesehen. "Durch den Ausstieg waren wir ganz schön down", gestand Greipel. "Umso wichtiger war dieser Sieg."

Impey löste seinen Orica-Teamkollegen Simon Gerrans als Spitzenreiter ab, der im Finish eine kleine Lücke ließ und fünf Sekunden einbüßte. Neuer Zweiter ist der Norweger Edvald Boasson Hagen vom Team Sky. Dem Youngster fehlen drei Sekunden auf Impey, der als erster Fahrer vom afrikanischen Kontinent das Gelbe Trikot überstreifen durfte. "Ich habe kurz daran gedacht. Aber als ich hierhergekommen bin habe ich nie daran gedacht, dass mir diese Ehre zuteil wird", versicherte der 28-Jährige.

Rückschlag für Slowenen Brajkovic

Einen Rückschlag setzte es für den Slowenen Janez Brajkovic, der mit mehreren Fahrern elf Kilometer vor dem Ziel zu Sturz kam. Der Astana-Profi, im Vorjahr Gesamt-Neunter und 2010 Gewinner des Criterium du Dauphine, verlor mehr als zehn Minuten. Der Schwede Fredrik Kessiakoff, 2011 Sieger der Österreich-Rundfahrt, stieg wegen einer Handgelenksverletzung aus, die aussichtsreichsten Kandidaten auf den Gesamtsieg kamen ohne Probleme durch.

Am Freitag könnten noch einmal die Sprinter die erste Geige spielen, wenn es über 205,5 km und leicht hügeliges Terrain von Montpellier nach Albi geht. Am Wochenende müssen die Topfavoriten um den Briten Christopher Froome und den Spanier Alberto Contador in den Pyrenäen dann erstmals Farbe bekennen.

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