Tour vom nächsten Dopingfall erschüttert: Italiener Cristian Moreni positiv getestet

Wie bei Sinkewitz Spuren von Testosteron gefunden Team Cofidis reagiert mit sofortigem Tour-Ausstieg

Die Tour de France droht endgültig im Dopingsumpf stecken zu bleiben. Nur einen Tag nach dem Skandal um Alexander Winokurow ist ein weiterer positiver Test bekannt geworden. Diesmal handelte es sich um einen erhöhten Testosteronwert beim 34-jährigen Italiener Cristian Moreni.

Das französische Team Cofidis hat mit dem Ausstieg aus der Tour auf den positiven Dopingtest seines Profis Moreni reagiert. "Unter solchen Umständen ist das die einzige Möglichkeit", erklärte Team-Präsident Francois Migraine.

Bereits zwei Teams zurückgetreten
Nach der kasachischen Mannschaft Astana, die sich nach dem Blut-Dopingfall Alexander Winokurow aus dem Rennen zurückgezogen hatte, ist Cofidis bereits das zweite Team, das aus der Tour aussteigt.

Die Sportzeitung "L'Equipe" hatte auf ihrer Homepage berichtet, es handle sich um den Cofidis-Profi. Der Test sei bei der 11. Etappe durchgeführt worden. Der Radweltverband (UCI) lehnte eine Stellungnahme zunächst ab. Seine heuer beste Tour-Platzierung erreichte Moreni bisher auf der 12. Etappe mit Platz 13, im Gesamtfeld war er weit abgeschlagen.

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass der als Favorit gestartete Kasache Winokurow mit Fremdblut gedopt war, sein Team zog sich daraufhin von der Frankreich-Radrundfahrt zurück.

Sport im Abseits
Die Ergebnisse der Tour rücken immer mehr in den Hintergrund, Doping ist längst zum beherrschenden Thema geworden, und das Fahrerlager ist gespalten: Eine Hälfte zeigte mit einem stillen Protest zu Beginn der 16. Etappe ihre Wut. "Wir haben die Nase voll", sagte der Franzose Ludovic Turpinder. Der Sitzstreik erinnerte an die Skandaltour von 1998, als in Teamfahrzeugen massenhaft verbotene Substanzen sichergestellt worden waren.

Die andere Gruppe mit dem Gesamtführenden Michael Rasmussen ignorierte die Aktion indes und fuhr zunächst vorne weg. Der Däne, der wegen wiederholter Verstöße gegen die Meldepflicht ebenfalls unter Verdacht steht, wurde von den Zuschauern lautstark ausgepfiffen.

Die französische Sportministerin Roselyn Bachelot erhob schwere Vorwürfe gegen die UCI. "Wir können deren Nachlässigkeit nur beklagen", sagte sie dem Sender RTL. "Es gibt mit Sicherheit Teams, denen man keine Starterlaubnis hätte erteilen sollen."

(apa/red)