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Bergkönig Sanchez

Spanier gewinnt erste Etappe in den Pyrenäen. Franzose Voeckler fährt weiter in Gelb

tour de france - Bergkönig Sanchez © Bild: APA/EPA

Der Spanier Samuel Sanchez hat am Donnerstag die erste Bergankunft der 98. Tour de France in den Pyrenäen gewonnen, während Lokalmatador Thomas Voeckler am französischen Nationalfeiertag das Gelbe Trikot erfolgreich verteidigte. Olympiasieger Sanchez setzte sich auf der 12. Etappe von Cugnaux nach 209 Kilometern und der Passage des Tourmalet-Passes hinauf zur auf 1.715 m Seehöhe gelegene Skistation Luz Ardiden vor seinem belgischen Fluchtgefährten Jelle Vanendert (+ 7 Sek.) und dem Luxemburger Fränk Schleck (10) durch.

Schleck rückte damit 1:49 Minuten hinter Voeckler auf Platz zwei der Gesamtwertung vor. Vorjahressieger Alberto Contador büßte indes als Etappen-Achter weitere Sekunden auf Schleck, den weiter drittplatzierten Australier Cadel Evans (2:06 Min. hinter Voeckler), Andy Schleck (4./2:17) und Ex-Giro-Sieger Ivan Basso (5./3:16) ein. Das Trio um Evans kam eine halbe Minute hinter Sanchez an, Contador weitere 13 Sekunden später. Der durch eine Knieblessur gehandicapte Spanier hat als Gesamtsiebenter nun bereits vier Minuten Rückstand auf Voeckler. "Ich konnte am Ende nicht folgen, aber ich bin trotzdem zufrieden", meinte Contador, der bei der diesjährigen Tour bereits mehrfach gestürzt war. Es gehe ihm aber von Tag zu Tag besser, so der dreifache Tour-Sieger.

Bereits zwei Kilometer nach dem Start der Etappe hatte sich eine Fluchtgruppe davongemacht. Diese arbeitete sich auf der zum ersten Mal befahrenen La Hourquette d'Ancizan (1.538 m/1. Kategorie) und zu Beginn des Anstieges auf den Tourmalet bis zu acht Minuten Vorsprung auf das Feld heraus.

Anschluss verloren
Im Hauptfeld verloren bereits auf der Fahrt auf den Tourmalet einige Anwärter auf Spitzenplätze wie der Niederländer Robert Gesink, der Deutsche Tony Martin und dessen zuvor gestürzter Landsmann Andreas Klöden den Anschluss. Die Spitzengruppe fiel ebenfalls auseinander. Am höchsten Punkt des Tour-Klassikers auf 2.115 m Seehöhe lag der Franzose Jeremy Roy vor dem Briten Geraint Thomas voran. Die Gruppe der Topfavoriten hatte rund drei Minuten Rückstand.

Das durch das Leopard-Team weiter forcierte Ausscheidungsrennen setzte sich im 13 km langen Schlussanstieg fort. Attacken der Favoriten blieben aber vorerst aus. Bis auf Sanchez und Vanendert wurden bis sieben Kilometer vor dem Ziel aber dennoch alle Ausreißer eingeholt. In der Schlussphase verschärfte Fränk Schleck einige Male das Tempo, sein Bruder Andy, Contador, Evans und Basso konnten aber zunächst noch folgen.

Voeckler souverän
Ein weiterer Antritt zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel war dann erfolgreich. Der Luxemburger holte Sanchez und Vanendert aber nicht mehr ein. Hinter Schleck holten sein Bruder Andy, Basso und Evans noch 13 Sekunden auf Contador heraus. Voeckler verlor zwar noch einige Sekunden mehr, verteidigte seine Gesamtführung als Etappen-Neunter hinter Giro-Gewinner Contador aber trotzdem souverän. In folgenden zwei Tagen stehen bei der Frankreich-Rundfahrt weitere schwere Bergetappen auf dem Programm.