"Toter Patient AUA" soll reanimiert werden: Beratungen über Einsparungsmöglichkeiten

Krise führt zu internen Streitigkeiten beim Betriebsrat Fluglinie muss kurzfristig 225 Millionen Euro einsparen

"Toter Patient AUA" soll reanimiert werden: Beratungen über Einsparungsmöglichkeiten © Bild: APA/Jäger

Quo vadis AUA: Heute soll der Vorstand und der Betriebsrat über künftige Einsparungsmöglichkeiten bei der AUA beraten. Zeitweiliger Gehaltsverzicht wurde bereits vorgeschlagen. Doch Boden-Betriebsratschef Junghans zeigt sich mit diesem Vorhaben nicht einverstanden. Er sieht Lösungsansätze viel eher in Kurzarbeits-Zeitmodellen. Auch der Strukturabbau bei AUA-Tochter Tyrolean wurde vorgeschlagen.

Die Krise bei der AUA führt nun auch zu einem internen Konflikt der Betriebsräte. Nachdem sich zu Wochenbeginn Tyrolean-Betriebsratschefin Maria Gstaltmeyr für den Erhalt aller Arbeitsplätze bei der AUA-Tochter stark gemacht hat, schießt nun AUA-Bodenbetriebsratschef Alfred Junghans im Gespräch mit der Tageszeitung "Österreich" quer. Seiner Meinung nach ist die Infrastruktur der Austrian Arrows ("Tyrolean") "ein Naturschutzgebiet, ein Paralleluniversum mit doppelten Strukturen". Und er legt nach: "Es ist völlig sinnlos, dass die eine eigene Leitzentrale haben. Und am Ende fliegen dann Maschinen leer zwischen Wien und Innsbruck zwecks Service oder Reparatur hin und her."

Betriebsratsbedingungen
Aber auch an das eigene Haus, wenn auch nicht an die eigene Belegschaft, stellt Junghans Forderungen. Bei dem Treffen mit dem AUA-Management will er seine Zustimmung zu Sparmaßnahmen bei der Airline an Bedingungen knüpfen. Kostspielige Beratungsaufträge, wie Boston Consulting einen habe, müssten zuvor storniert werden, so Junghans. "Es geht nicht, dass sich die weiterhin eine goldene Nase verdienen." Außerdem sollen freie Dienstverträge abgebaut werden.

Reanimationsversuche der AUA
Die Lage der Austrian Airlines sei noch viel dramatischer als bisher angenommen. Insgesamt 225 Millionen Euro müssen nun kurzfristig eingespart werden, davon rund die Hälfte beim Personal. Die AUA, so erklärte Andreas Bierwirth, Vorstand der Fluglinien, sei "ein toter Patient, der wieder kräftig vitalisiert werden muss" .

(apa/red)