Tote bei Anschlag auf Moschee in Indien: Spannungen zwischen Volksgruppen nehmen zu

Polizei konnte weitere Bomben rechtzeitig entschärfen Muslime protestieren wütend gegen die Polizei

Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee im indischen Hyderabad sind nach unterschiedlichen Angaben mindestens fünf bis sieben Menschen getötet worden. 35 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt, die Zahl der Todesopfer könnte noch ansteigen, erklärte die Polizei. Sicherheitskräfte verhinderten eine größere Katastrophe, indem sie weitere Bomben rechtzeitig entschärften.

Innenstaatssekretär Gupta ging von einem Terrorakt aus. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Augenzeugen sagten, der Sprengsatz in der Moschee sei unter einer Steinbank an dem Ort detoniert, wo die Gläubigen ihre rituellen Waschungen vollziehen. Die Bombe wurde nach Polizeiangaben mit einem Mobiltelefon ferngezündet.

Nur Minuten nach der Explosion protestierten verärgerte Muslime gegen den ihrer Ansicht mangelnden Schutz durch die Polizei. Sie warfen Steine auf die Polizei, die Schlagstöcke und Tränengas einsetzte. Die Geschäfte in der Umgebung schlossen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben.

Der Chefminister des Unionsstaates Andhra Pradesh forderte Hindus und Muslime zur Ruhe auf. Mit dem Bombenanschlag hätten die Attentäter versucht, den Frieden im Land zu sabotieren.

Zum Freitagsgebet in der Mekka-Moschee, die eine der ältesten und größten Indiens ist, erscheinen knapp 8000 Gläubige. In Hyderabad kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Hindus und Muslimen. Angesichts des Anschlags wurden Unruhen in der Stadt befürchtet.

Auch in der westindischen Wirtschaftsmetropole Bombay (Mumbai) gingen aufgebrachte Muslime auf die Straße und warfen Steine, mindestens fünf Busse des öffentlichen Nahverkehrs wurden beschädigt. Die Polizei in Bombay, der Hauptstadt Neu Delhi und der High-Tech-Metropole Bangalore wurde in Alarmbereitschaft versetzt. (APA/red)