Tormann-Trio kämpft ums "Einser-Leiberl":
Heißer Tanz um begehrten Platz im Kasten

"Hicke" lässt Manninger, Macho und Payer rotieren Nummer 1: Siena-Goalie darf gegen Ghana spielen

Tormann-Trio kämpft ums "Einser-Leiberl":
Heißer Tanz um begehrten Platz im Kasten

Im Tor der Nationalmannschaft wird bis auf weiteres das Rotationsprinzip praktiziert. Alexander Manninger spielt gegen Ghana, Jürgen Macho hütet in Frankreich das Gehäuse und Helge Payer kommt am 30. Mai im Hanappi-Stadion gegen Schottland zum Einsatz. Für das Länderspiel am 2. Juni wieder im Hanappi-Stadion gegen Paraguay werden die Karten neu gemischt.

Wann eine definitive Entscheidung getroffen wird, welcher Goalie bei der EURO 2008 die Nummer eins ist, ließen Teamchef Josef Hickersberger und ÖFB-Tormanntrainer Klaus Lindenberger offen.

Fix ist derzeit nur, dass der jeweilige Tormann in seinem Spiel über 90 Minuten im Einsatz sein wird, sofern nichts Unvorhergesehenes (Verletzung, Ausschluss) passiert.

Das Rennen um das "Einser-Leiberl" bei der Heim-EM ist laut Hickersberger völlig offen. "Alle haben die gleichen Chancen." Dass eine ähnliche Situation wie in Deutschland vor der WM 2006 drohen könnte, als das Duell zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn teilweise über die Öffentlichkeit ausgetragen wurde, glaubt der Teamchef nicht. "Das wird bei uns auf höherem Niveau ablaufen. Solche verbalen Ausrutscher wird es hoffentlich nicht geben."

Nummer 1 noch lange nicht vergeben
Die endgültige Wahl trifft Hickersberger in Absprache mit Lindenberger. "Aber man kann jetzt noch nicht sagen, wann das passieren wird", betonte "Hicke". Auch Lindenberger sieht in dieser Frage keinen Grund zur Eile. "Es wird notwendig sein, einen Zeitpunkt zu bestimmen, aber dafür ist noch Zeit", erklärte der WM-Teilnehmer von 1990, der diese Regelung positiv bewertete. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir eine schwere Entscheidung haben."

Auch die drei betroffenen Goalies können sich mit dem Rotationsprinzip anfreunden, wie Macho betonte: "Es ist wichtig, dass bis zur EURO ein Konkurrenzkampf besteht. Unsere Aufgabe ist es, uns gegenseitig zu pushen."

Payer, der zuletzt von Macho-Vater Erich bei Rapid trainiert wurde und es nun mit Peter Zajicek zu tun bekommt, pflichtete dem Kaiserslautern-Goalie bei und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Situation bei Rapid im Herbst 2004, als er unter dem damaligen Trainer Hickersberger mit Macho um das Hütteldorfer Einser-Leiberl gekämpft hatte. "Das hat uns schon damals geholfen, um gute Leistungen zu bringen."

Klubs von Manninger und Macho unter Druck
So wie Macho und Payer findet sich auch Manninger mit der künftigen Marschroute ab. "Diese Situation ist zu akzeptieren. Meine Kollegen und ich haben das geringste Problem damit, zu wechseln." Der Salzburger rutschte zuletzt mit seinem Klub Siena durch einige knappe Niederlagen in der Serie-A-Tabelle ab.

"In wichtigen Phasen gelingt uns kein Treffer, dafür bekommen wir späte Tore." Über einen möglichen Abstieg will sich Manninger aber nicht allzu viel Gedanken machen. "Wir haben mehr Potenzial als viele hinter uns. Jetzt müssen wir aber auch gute Resultate schaffen."

So wie für den Siena-Goalie gab es zuletzt auch für Macho bei Kaiserslautern mit dem 1:4 gegen den Ibertsberger-Klub Freiburg kein Erfolgserlebnis. Den sofortigen Bundesliga-Aufstieg hat der Ex-Rapidler deswegen aber noch lange nicht abgeschrieben. "Jetzt haben wir bis zur letzten Runde nur noch Endspiele."

(apa/red)