Tor-Inflation in Hütteldorf-Hacking: Rapid bringt Führung vs. LASK nicht nach Hause

Wiener gingen vier Mal in Front, Linzer glichen aus Daxbacher: "War nach 1. Hälfte fuchsteufelswild"

Tor-Inflation in Hütteldorf-Hacking: Rapid bringt Führung vs. LASK nicht nach Hause

Rapid und Aufsteiger LASK haben den 14.900 Zuschauern im Hanappi-Stadion wohl das bisher spannendste Spiel in der laufenden Bundesliga-Saison geboten. Aufgrund von Abwehrfehlern und einer schwachen Chancenauswertung kamen die Wiener gegen in der ersten Hälfte erschreckend schwache Linzer allerdings über ein 4:4-Unentschieden nicht hinaus.

Drei Treffer der aufgerückten Abwehrspieler Hiden (38.), Dober (57.) und Patocka (83./"Ich kann mich über mein Tor nicht freuen") sowie ein Kunstschuss von Kavlak (69.) brachten Rapid viermal in Front, Mayrleb (47., 66./Elfmeter) in seinem ersten Spiel nach seiner Fünf-Spiele-Sperre, Wisio (81.) und Baur (93./"Kompliment an die Mannschaft für den Charakter, immer wieder heranzukommen") sicherten mit ihren Treffern dem LASK aber doch noch einen Punktgewinn.

"Das war ein Spiel, für das die Zuschauer gerne ins Stadion kommen", waren sich Rapids Trainer Peter Pacult und Sportdirektor Alfred Hörtnagl einig. Acht Treffer in einem Spiel waren in der laufenden Saison erst einmal - in der 7. Runde bei Rieds 5:3-Heimsieg gegen Sturm Graz - gefallen. Bezüglich dem Gegentreffer in der allerletzten Sekunde gingen die Meinungen auseinander. "Zum Schluss kann man nicht auf Abseits spielen, das war der entscheidende Fehler, das tut weh", betonte Hörtnagl.

Pacult, der am Sonntag seinen 48. Geburtstag feiert, nahm seine Mannschaft jedoch in Schutz. "Die Mannschaft hat in diesem Moment das Richtige gemacht, aber wenn ein Spieler schläft, wird man um die Früchte seiner Arbeit gebracht." Andreas Dober war zu spät aus der Abwehr herausgelaufen und hatte damit die Abseitsstellung von gleich sieben Linzern aufgehoben.

Bei Rapid scheint damit die einstige Heimstärke - mit 22 Pflichtspielen in Serie ohne Niederlage - endgültig verflogen zu sein: aus den vergangenen vier Heimspielen holte die Pacult-Elf nur vier Punkte. "Wir hatten mehrere Chancen, das Spiel vorzeitig zu entscheiden, im Abschluss fehlt uns aber die nötige Konsequenz", betrieb Hörtnagl Ursachenforschung. Tatsächlich hätten sowohl Boskovic (55./Flugkopfball daneben), als auch Hoffer (64./abgefälschter Lattenschuss) und Bilic (71., 90.) weitere Tore machen müssen.

Auf der anderen Seite kosteten den Grün-Weißen grobe Abwehrfehler einen Sieg. "Wenn man solche Fehler macht, hat man es nicht verdient zu gewinnen. Wenn man im Hanappi-Stadion vier Tore bekommt, kann etwas im Abwehrverhalten nicht passen", wies Pacult hin. Der ehemalige Teamstürmer wird deshalb im Spitzenspiel am Dienstag bei Red Bull Salzburg seine Abwehrformation wohl umbauen, eine Rückkehr von Mario Tokic scheint mehr als wahrscheinlich.

Die Linzer, die durch das Remis den Einpunktevorsprung auf Rapid verteidigten, zeigten zwei komplett verschiedene Gesichter. "Die erste Hälfte war eine Katastrophe, das war nicht eine, sondern zwei Klassen Unterschied", sagte Daxbacher und fügte hinzu: "Ich war in der Pause fuchsteufelswild und dürfte anscheinend die richtigen Worte gefunden haben."

Denn nach dem Wechsel trat seine Elf, bei der Ivica Vastic diesmal eine ungewohnt defensive Rolle im Mittelfeld spielte, engagierter und aggressiver auf und wurde auch belohnt. "Wir haben in der zweiten Hälfte ein tolles Spiel geliefert. Nach dem 3:4 habe ich aber nicht mehr an den Ausgleich geglaubt", gab Daxbacher zu. Der LASK-Coch nahm auch den für den kurzfristig erkrankten Cavlina aufgestellten Goalie Zaglmair, der sein Bundesligadebüt gab und vor allem beim 1:2 durch Dober schlecht aussah, in Schutz.

Die Linzer, die schon in Oberösterreich 2:0 gewonnen hatten, schafften damit zumindest eine halbe Revanche für den davor letzten Auftritt im Hanappi-Stadion, bei dem es für die Oberösterreicher am 28. April 2001 eine 0:6-Schlappe gesetzt hatte.

(apa/red)

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