Tony Blairs Zeit scheint abgelaufen: Labour sucht Nachfolger für Briten-Premierminister

Favorit Brown bei Treffen in London gar nicht dabei

Die Spitze der Labour-Partei hat sich erstmals in London getroffen, um über das Verfahren zur Nachfolge von Tony Blair als britischem Premierminister und Parteichef zu sprechen. Finanzminister Gordon Brown, der als Blairs wahrscheinlichster Nachfolger gilt, nahm an dem Treffen nicht teil, wie ein Parteisprecher mitteilte. Blair verließ das Treffen des National Executive Committee (NEC) nach einem Vortrag. Der stellvertretende Premierminister John Prescott, der zum gleichen Zeitpunkt wie Blair zurücktreten wird, war hingegen die ganze Zeit anwesend.

Erstmals in der Geschichte der Labour-Partei wird der Premierminister von ihren Mitgliedern gewählt. Dafür soll eine Wahlkommission bestimmt werden, die aus drei Parteiblöcken besteht - Abgeordneten im Parlament, angegliederten Gruppen wie Gewerkschaftern und Mitgliedern der Wahlkreise. Das Wahlverfahren wird nach Parteiangaben zwischen acht und zwölf Wochen dauern.

Wann Blair genau abtritt, ist weiterhin unklar. Mitte Jänner hatte Blair angedeutet, dass er mindestens bis Ende Juni auf seinem Posten bleiben wolle. Der Premier hatte im September 2006 auf Druck von Gefolgsleuten Browns angekündigt, sein Amt innerhalb eines Jahres aufgeben zu wollen. (APA/red)