Tom Boonen positiv auf Kokain getestet:
Radsport steckt weiterhin im Dopingsumpf

B-Probe des belgischen Exweltmeisters steht noch aus Bisher keine Stellungnahme von Rennstall Quick Step

Tom Boonen positiv auf Kokain getestet:
Radsport steckt weiterhin im Dopingsumpf © Bild: AP/Logghe

Rad-Exweltmeister Tom Boonen ist laut einem Bericht der belgischen Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" unter Berufung auf die belgische Doping-Agentur im Mai positiv auf Kokain getestet worden. Das 27-jährige Sprint-Ass war am 25. Mai drei Tage vor Beginn der Belgien-Tour in einer unangemeldeten Kontrolle erwischt worden, freilich steht noch die Analyse der B-Probe aus.

Die belgische Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass Boonen positiv auf Kokain getestet worden ist. Allerdings liegt kein Dopingfall vor, weil "Koksen" nur im Wettkampf geahndet und sanktioniert würde. Nach deutschem Gesetz ist der Konsum von Kokain nicht strafbar, sehr wohl aber der Besitz. Das Strafrecht sieht bis zu fünf Jahre Haft vor.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Weltmeister von 2005 mit Drogen in Verbindung gebracht wird. Im Dezember 2007 war Boonens Freund, der Crossfahrer Tom Vanoppen, flämischen Dopingkontrolleuren mit Kokain ins Netz gegangen. Im Verhör nannte Vanoppen Boonen als seinen Dealer, was dieser später bestritt. Schon damals wurde Boonens Elternhaus von der Polizei durchsucht.

Zudem musste der flämische Nationalheld, im vergangenen Jahr bei der Tour Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France, vor kurzem seinen Führerschein wegen Rasens (180 statt der erlaubten 90km/h) abgeben. In seinem Blut war ein Restalkoholgehalt von einem Promille festgestellt worden. Sechs Wochen zuvor hatte Boonen wegen des gleichen Vergehens zwei Wochen auf seinen Ferrari verzichten müssen. An der am Samstag beginnenden Tour de Suisse darf Boonen nicht teilnehmen. Renndirektor Armin Meier verweigert dem Belgier das Antreten. Zudem hat Meier eine Erklärung von Boonens Teamchef bei QuickStep verlangt.

(apa/red)