Tolles Debüt für Paszek bei French Open:
16-Jährige erreicht souverän zweite Runde

Vorarlbergerin schlug Japanerin Nakamura 6:4,6:0 Harter Brocken: In Runde 2 wartet topgesetzte Henin<br>Regen brachte Programm gehörig durcheinander

Tolles Debüt für Paszek bei French Open:
16-Jährige erreicht souverän zweite Runde

Tamira Paszek hat ein erfolgreiches Debüt beim größten Sandplatz-Turnier der Welt gefeiert. Die 16-jährige Dornbirnerin bewies auch nach einer sechsstündigen Regenunterbrechung gute Nerven und besiegte die Japanerin Aiko Nakamura nach 61 Minuten mit 6:4,6:0. Paszek hatte nach der langen Wartezeit weniger als zwei Minuten benötigt, um die 6:4,5:0-Führung heimzuspielen. Ihre nächste Gegnerin ist aber nun ein großer Brocken: Die topgesetzte, zweifache Titelverteidigerin Justine Henin.

"Ich bin froh, dass das Match endlich vorbei ist", freute sich Paszek nach ihrem ersten Sieg in Roland Garros. Eine reife Leistung der 16-Jährigen, die die Pause wie nichts wegsteckte und der Weltranglisten-78. den Aufschlag zu Null abnahm. Mit ein bisschen Fitnesstraining, einem Mittagessen und Relaxen hatte sich Paszek die lange Wartezeit vertrieben, kam aber optimal konzentriert auf den Platz zurück.

Erster Satz hart umkämpft
Der erste Satz war hingegen sehr umkämpft, Paszek kam noch nicht so richtig ins Spiel und beide Akteurinnen hatten große Mühe mit ihren Aufschlag-Games. "Es war mein erstes Grand Slam-Turnier hier und erste Runde ist immer so eine Sache. Aber ich habe dann den Rhythmus gefunden und spätestens Anfang zweiter Satz hat es gut funktioniert."

Sieg souverän nach Hause gespielt
In den ersten sechs Games gab es nur Aufschlag-Verluste, Paszek schaffte dreimal en suite den Ausgleich. Nach 40 Minuten gelang der ÖTV-Fed-Cup-Spielerin aber das entscheidende Break zum 6:4. Danach hatte sich der Teenager frei gespielt, und nach nur weiteren 18 Minuten stand es schon 5:0 und Paszek vor dem Sieg. Der nun einsetzende Regen verhinderte aber, dass Paszek die erste Einzel-Siegerin des diesjährigen Turniers wurde, da auf manchen Plätzen länger gespielt wurde.

Aufregung um Unterbrechung
Eigentlich war es kurioserweise der Platzwart, denn Supervisor, Referee und die Spielerinnen hatten sich auf ein Weiterspielen geeinigt, doch die Platzarbeiter nahmen allen die Entscheidung ab. "Ich war schon in der Umkleide und Safin hat noch weiter gespielt", sagte Paszek. Selbst aus dem Referee-Office war zu hören, dass der Platz etwas zu früh abgedeckt wurde. WTA-Sprecher John Dolan: "Das habe ich überhaupt noch nie gehört."

Jetzt wartet Henin!
Für Paszek war es eine Erfahrung mehr. Die nächste ganz große steht ihr bevor: Ein Match auf einem der ganz großen Showcourts von Roland Garros gegen die Nummer 1 der Welt. "Ich bin motiviert und bereit für die nächste Runde. Ich freu mich auf das Match", sagte Paszek, die gegen Henin heuer in Dubai schon eine ausgezeichnete Partie absolviert hat. Mit 6:4,5:7,1:6 musste sich die Vorarlbergerin damals nur beugen. "Ich werde versuchen, es noch ein bisschen besser zu machen."

Regen bringt Programm durcheinander
Wegen anhaltenden Regens fiel am Sonntag beinahe das gesamte Programm buchstäblich ins Wasser, nur sieben Matches wurden gespielt. Marat Safin, der mit einem klaren Dreisatz-Sieg über Fernando Vicente erster Sieger der French Open 2007 wurde, musste lange auf "Gesellschaft" in der zweiten Runde warten. Paszek folgte ihm nach der Rückkehr auf Court 7 in Windeseile nach, nahm Nakamura den Aufschlag zu Null ab. Für Serena Williams (USA-8), Dinara Safina (RUS-10) und danach auch noch Justine Henin hatte die lange Warterei zumindest noch Sinn, sie erreichten allesamt Runde zwei.

Probleme für Serena Williams
Williams hatte aber Anlaufschwierigkeiten, verlor gegen die Bulgarin Tswetana Pironkowa den ersten Satz mit 5:7. Dann fing sich die US-Amerikanerin und Australian-Open-Siegerin aber und gewann noch glatt 6:1,6:1.

Österreicher-Partien verschoben
Zuvor hatten die Organisatoren der 106. Auflage der French Open der Reihe nach ihr Sonntag-Programm reduzieren müssen. Nach der Absage der Spiele von Yvonne Meusburger (gegen Francesca Schiavone/ITA-23) und Alex Peya (Nicolas Lapentti/ECU) wurde am späteren Nachmittag auch die Erstrunden-Partie zwischen Stefan Koubek und dem Belgier Christophe Rochus vertagt. Damit blieb von den vier Österreichern, die am Sonntag zum Einsatz hätte kommen sollen, nur noch Tamira Paszek übrig.

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Traditionsturniers ist der Grand-Slam-Event bereits am Sonntag begonnen worden. In Anbetracht der Wettervorhersagen für die erste volle Turnierwoche, die alles andere als erfreulich ist, muss man wohl jede Stunde nützen.

(apa/red)