Tödlicher Autounfall wegen Nebelgranaten: Bundesheer räumte mehrere Fehler ein

Sicherheitsbestimmungen wurden nicht eingehalten Darabos kritisch: "Es gibt nichts zu beschönigen"

Tödlicher Autounfall wegen Nebelgranaten: Bundesheer räumte mehrere Fehler ein © Bild: APA/Roland Schlager

Wie Generalmajor Paul Kritsch, Leiter der Gruppe Kontrolle im Verteidigungsministerium, erklärte, könne er einen kausalen Zusammenhang zwischen den Zündungen der Nebelhandgranaten und dem Unfall auf der A22 "nicht in Abrede stellen". Festzustellen hätte dies aber die zuständige Staatsanwaltschaft Korneuburg.

Unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen
Ob es Einschüchterungen gegen Rekruten gegeben habe, sei noch nicht klar, so Christian Mayer, Leiter der Abteilung Disziplinar-und Beschwerdewesen im Verteidigungsministerium. Diesem Vorwurf gehe die parlamentarische Bundesheerbeschwerdekommission nach, ebenso jenem der unterlassenen Hilfeleistung.

Die Nachtlehrvorführung wäre unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen "in dieser Art" nicht durchführbar gewesen, so Kritsch. Der Abstand, der einzuhalten gewesen wäre, betrage 300 Meter, die Unfallstelle lag 260 Meter von jener Stelle entfernt, wo die Zündungen erfolgten. 110 Meter war die kürzeste Distanz zur A22. Die Aussagen der 75 Soldaten, die an der Übung teilnahmen, hätten bestätigt, dass die künstlich erzeugte Nebelwand in Richtung einer Tankstelle gezogen sei, die wenige Meter vom Unfallort auf der A22 entfernt liegt, erläuterte Kritsch.

Das Bundesheer habe "allergrößtes Interesse, dass so etwas nie wieder passiert", sagte Kritsch. Der Truppenübungsplatz Korneuburg ist derzeit gesperrt. "Die Benützungsordnung wird überprüft und überarbeitet". Die Verwendung von Rauch erzeugenden Mitteln wurde auf Dauer untersagt. Seitens des Verteidigungsministeriums wurde den Hinterbliebenen der tödlich verunglückten Frau aufrichtiges Beileid ausgesprochen. Den Verletzten wurde eine rasche Genesung gewünscht.

Darabos: "Nichts zu beschönigen"
Verteidigungsminister Norbert Darabos hielt in einer Aussendung fest: "Es gibt nichts zu beschönigen. Die heeresinternen Sicherheitsbestimmungen wurden nicht eingehalten. Ob das in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall steht, werden die Behörden zu klären haben". Es seien "alle Möglichkeiten heeresinterner Prüfungen genutzt" worden, so der Minister. "Ich wollte, dass doppelt und dreifach untersucht und voll mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei kooperiert wird. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung dieses tragischen Unfalls", betonte der Minister.

(apa/red)