Tödlicher Amokfahrer-Unfall auf A10: Kroate krachte nach Verfolgungsjagd in Lkw

26-Jähriger war zuvor von Zivilstreife verfolgt worden Plus: Geisterfahrer-Serie schockt die Steiermark

Ein etwa 26-jähriger Kroate, den eine Zivilstreife verfolgt hat, ist auf der Tauernautobahn (A10) zwischen Kuchl und Hallein (Tennengau) gegen einen Lkw gefahren. Der Notarzt des Rettungshubschraubers "Christophorus VI" konnte nur mehr den Tod des Mannes feststellen, so das Rote Kreuz.

Der Lenker ist bereits in Kärnten auf der Tauernautobahn (A10) mit Tempo 190 km/h aufgefallen. Als Geisterfahrer und von Zivilstreifen verfolgt raste der Mann bis zum Tauerntunnel, und im Gemeindegebiet von Bad Vigaun (Tennengau) fuhr er mit sehr hoher Geschwindigkeit und ungebremst auf einen Kraftwagenzug samt Anhänger hinten auf. Der Autofahrer erlitt durch den Anprall tödliche Verletzungen, teilte die Polizei mit.

Gegen 14.00 Uhr missachtete der Kroate mit dem Citroen Xantia auf der Tauernautobahn vor dem Katschbergtunnel in Richtung Salzburg fahrend das Anhaltesignal von Kärntner Polizeibeamten. Als die Streife Lungau 2 zur Mautstelle fuhr, um den Wagen dort zu kontrollieren, kam ihnen der Pkw bereits als Geisterfahrer auf dem Pannenstreifen in Richtung Salzburg entgegen. Er setzte seine Fahrt als Geisterfahrer bis zum Tauerntunnel fort, in den er trotz der bereits veranlassten Sperre einfuhr. Im Tunnel überholte in einer unübersichtlichen Rechtskurve noch zwei Autos.

Bei der Tunnelausfahrt setzte er die Fahrt nunmehr auf der richtigen Richtungsfahrbahn in Richtung Salzburg fort. Zwischenzeitlich wurde von Lungau 3 bei Flachau-Winkel eine Straßensperre auf der Richtungsfahrbahn Villach errichtet. Diese blieb jedoch auf Grund des neuerlichen Wechsels der Richtungsfahrbahn der A10 wirkungslos.

Inzwischen wurde eine Fahndung im Pongau eingeleitet und die Besetzung der Abfahrten veranlasst. Beim Knoten Bischofshofen konnte der Citroen von mehreren Zivilstreifen gesichtet werden. Die Streifen folgten dem Fahrzeug ohne sich erkennen zu geben, um den Wagen bei günstiger Gelegenheit und ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer anzuhalten. Durch die Sperre des Hieflertunnels musste der Lenker beinahe anhalten, fand jedoch im letzten Moment eine Lücke zwischen zwei Fahrzeugen, fuhr auf dem Pannenstreifen und trotz Rotlichts in den Tunnel ein. Anschließend beschleunigte er erneut auf mehr als 180 km/h im Tunnel, wobei er leicht auf ein Zivilstreifenfahrzeug auffuhr und so einen weiteren Anhalteversuch verhinderte.

Wegen der fehlgeschlagenen Anhalteversuche und der Rücksichtslosigkeit des Lenkers wurde bei Bad Vigaun eine Sperre der Tauernautobahn veranlasst. Obwohl schon von weitem die langsam fahrenden Fahrzeuge sichtbar waren, verminderte der Kroate die Geschwindigkeit von etwa 190 km/h nicht sichtbar. Im Gemeindegebiet von Bad Vigaun raste er mit sehr hoher Geschwindigkeit und ungebremst auf einen halb auf dem rechten Fahrstreifen und halb auf dem Pannenstreifen stehenden Lkw samt Anhänger hinten auf. Durch die Wucht des Anpralles wurde der stehende Kraftwagenzug rund drei Meter nach vorne geschoben.

Der Kroate erlitt durch den Anprall tödliche Verletzungen. Der Leichnam wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Hallein (vier Fahrzeuge, 16 Mann) mittels Bergeschere aus dem total beschädigten Wrack geborgen.

Die Unfallstelle war in der Zeit von 14.45 bis 16.00 Uhr in Fahrtrichtung Salzburg für den gesamten Verkehr gesperrt, ab 16.00 Uhr einspurig passierbar. Es kam zu ausgedehnten Stauungen.

(apa/red)