Tödliche Stürze in Walliser Alpen: Bergführer-Präsident Rey verunglückt

63-jährige Franzose fiel in Gletscherspalte Zwei Westschweizer von Obergabelhorn gefallen

Drei Bergsteiger sind am Wochenende in den Walliser Alpen abgestürzt und ums Leben gekommen. Einer von ihnen ist der 63-jährige Franzose Claude Rey, der Präsident des internationalen Bergführerverbandes. Rey stürzte am Rand des Aletschgletschers rund 30 Meter tief in eine Spalte. Er wurde schwer verletzt geborgen und starb am Abend im Spital.

Der Franzose fiel in die Spalte, weil eine Schneebrücke unter ihm einbrach. Er gehörte zu einer Fünfergruppe. Der erfahrene Bergführer Rey stand dem Verband seit zwei Jahren vor. Er habe wesentlich zu dessen Entwicklung beigetragen, teilte der Schweizer Bergführerverband mit. Sein Verlust sei ein schwerer Schlag.

Interimistisch wird der Zermatter Vizepräsident Hermann Biner die Geschäfte des Verbandes leiten. An der Delegiertenversammlung Mitte November in Japan wird Reys Nachfolger bestimmt. Der Vorsitz des Bergführerverbands steht während zwei weiteren Jahren dem französischen Verband zu.

Zwei Westschweizer stürzten ebenfalls von einem Grat am 4.063 Meter hohen Obergabelhorn ab. Sie waren von der Hütte "Grand Mountet" zur Rothornhütte westlich von Zermatt unterwegs, als sie vom "Arete de Choeur" abstürzten, wie die Walliser Kantonspolizei am Sonntag mitteilte. Die Leichen des 31- und des 34-Jährigen wurden ins Tal geflogen.

Damit sind seit Samstag vor einer Woche mindestens zehn Menschen in den Walliser Bergen ums Leben gekommen. Am Freitag wurden die Leichen eines polnischen Ehepaares gefunden, das am Allalinhorn zu Tode gestürzt war. Laut Walliser Kantonspolizei hatte das Paar seit dem 21. Juli oberhalb der Britanniahütte biwakiert. (apa/red)