Tödliche Gewalt in Afghanistan: Attacken gegen Trauergottesdienst & Mädchenschule

Sprengsatz explodiert vor Moschee, tötet 6 Menschen 1 Verletzte: Taliban feuert Rakete auf Mädchenschule

Auf eine Moschee im Osten Afghanistans ist ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Dabei wurden sechs Menschen getötet und 16 weitere verletzt. Demnach wurde die Bombe in einem Auto versteckt, in dem Polizisten zu einem Trauergottesdienst für einen früheren Mudschahedin-Kommandanten fuhren. Der Sprengsatz explodierte im Vorhof der Moschee.

Der Anschlag galt offenbar dem Gouverneur der ostafghanischen Provinz Nangarhar, Gul Agha Shirzai, der jedoch unverletzt blieb. Der Gouverneur machte indirekt die radikal-islamische Taliban für die Explosion verantwortlich. "Es war das Werk von Afghanistans Feinden", sagte er.

NATO übernimmt Kommando
Die Lage in Afghanistan ist derzeit so unsicher wie seit langem nicht mehr. Allein im Süden sind seit Juni bei Anschlägen und Gefechten hunderte Rebellen und Zivilisten ums Leben gekommen sowie mehr als 20 ausländische Soldaten. Dort hat die NATO das Kommando aus den Händen der USA übernommen. Bisher war die NATO für die Hauptstadt Kabul und den relativ friedlichen Norden und Westen Afghanistans zuständig.

Aufständische in Afghanistan haben außerdem eine Rakete auf eine Mädchenschule in der südlichen Stadt Kandahar abgeschossen. Dabei wurde eine Schülerin verletzt. Beobachter vermuteten Kämpfer der gestürzten Taliban hinter dem Anschlag. Die fundamentalistische Bewegung hat während ihrer bis Ende 2001 währenden Herrschaft Mädchen den Besuch von Schulen verboten.

(apa/red)